Einzelprojekt

ANCOS- Afrikanisches Netzwerk für Coronavirus Surveillance

Förderkennzeichen: 01KI2047
Fördersumme: 50.000 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Grit Schubert
Adresse: Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin

Im Vergleich zu anderen Regionen der Welt verursachen akute Atemwegsinfektionen im Afrika südlich der Sahara eine unverhältnismäßig hohe Last an Krankheits- und Todesfällen. Die Mehrzahl der jeweiligen Ätiologien blieb bis dato jedoch ungeklärt. Das deutsch-afrikanische Gesundheitsforschungsnetzwerk ANCOS hat zur Aufgabe, länderübergreifend akute respiratorische Krankheiten, welche dem aktuellen Ausbruch von COVID-19 zuzuordnen sind, im Afrika südlich der Sahara zu bekämpfen. Zu diesem Zweck wird der routinemäßige molekularbiologische Nachweis von SARS-CoV-2 in zentralen Laboratorien in Public Health Instituten und Universitätskliniken in Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Demokratische Republik Kongo und Südafrika etabliert. Ermöglicht wird die schnelle Einführung entsprechender Tests durch eine enge Anbindung an das bereits seit 2017 erfolgreich laufende BMBF-geförderte African Network for the Detection, Epidemiology and Management of common Infectious Agents (ANDEMIA), welches durch Krankenhausgestützte sentinel Surveillance akute respiratorische und gastrointestinale Krankheiten und akute Fieber unbekannten Ursprungs, sowie die Ausbreitung von multiresistenten Erregern in sub-Sahara Afrika zu bekämpfen sucht. Routinemäßiger Einschluss von Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen und entsprechende Labortestung hinsichtlich eines großen Errergerpanels (inkl. Coronaviren 229E, HKU1, NL63 and OC 43) ist an allen zwölf ANDEMIA Standorten bereits etabliert. Angesichts der derzeitigen Covid-19 Pandemie ist es zwingend notwendig, im Rahmen von ANCOS den Nachweis von SARS-CoV-2 in Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen an die ANDEMIA Surveillance anzuschließen. Die Überwachung der Verbreitung dieses neuen Virus insbesondere in abgelegenen ländlichen Gebieten Afrikas ohne diagnostische Kapazitäten muss jetzt gestärkt werden, um ein kommendes Ausbruchsgeschehen und Risikogebiete im Afrikanischen Raum erfassen zu können.