Verbund

ARCH

Antibiotikaresistente Bakterien stellen ein zunehmendes Risiko für die Gesundheit dar. Sie sind unter anderem für Krankenhausinfektionen (sogenannte nosokomiale Infektionen) verantwortlich. Daher ist Forschung zur Entstehung der Resistenzen und ihrer Überwindung von größter Wichtigkeit. Durch kooperative Ansätze sollen Fortschritte bei Prävention, Surveillance und Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen erzielt werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind. Mit Surveillance wird die kontinuierliche und systematische Erfassung und Überwachung von Ereignissen, z.B. nosokomialen Infektionen, bezeichnet.

Im Rahmen des ARCH-Netzwerks sollen Surveillance-Strategien weiterentwickelt und für die nachfolgende Implementierung vorbereitetet werden. Surveillance ist die Grundvoraussetzung für effektives Management von antimikrobieller Resistenz, z.B. für die Entwicklung empirischer Therapieleitlinien oder Programme für den sachgemäßen Einsatz von Antibiotika (Antibiotic-Stewardship-Programme).

Das ARCH-Netzwerk bringt weltweit anerkannte Expertinnen und Experten aus den verschiedensten Gebieten von Surveillance zusammen, sowohl aus der Humanmedizin als auch aus der Veterinärmedizin. Die Gruppe wird Empfehlungen erarbeiten, mittels derer Surveillance-Strategien direkt implementiert werden können und mit denen eine Standardisierung von Surveillance gewährleistet werden kann. Die Empfehlungen werden öffentlich zur Verfügung gestellt.

Teilprojekte

Brückenbau zwischen humaner und veterinärer Surveillance, Antibiotikapolitik und Antibiotic Stewardship

Förderkennzeichen: 01KI1830
Gesamte Fördersumme: 49.705 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Evelina Tacconelli
Adresse: Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Medizinische Klinik, Innere Medizin I, Gastroenterologie, Hepatologie, Infektionskrankheiten
Otfried-Müller-Str. 10
72076 Tübingen

Brückenbau zwischen humaner und veterinärer Surveillance, Antibiotikapolitik und Antibiotic Stewardship

Das ARCH-Netzwerk soll einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und nachfolgenden Implementierung von Surveillancestrategien leisten. Surveillance ist die Grundvoraussetzung für jegliches infektiologische Management von antimikrobieller Resistenz. Sie liefert die notwendigen Informationen für die Entwicklung empirischer Therapieleitlinien, neuer Antibiotika und auch Antibiotic-stewardship-Programme. Die Wichtigkeit von Surveillance steht jedoch im starken Kontrast zu den kaum bis gar nicht vorhandenen Empfehlungen oder Implementierungsstrategien. Das ARCH-Netzwerk bringt weltweit anerkannte Experten auf den verschiedensten Gebieten von Surveillance zusammen, sowohl auf dem Gebiet der Humanmedizin als auch auf dem Gebiet der Veterinärmedizin. Jedes Mitglied ist wiederum Teil bzw. Vorsitzender eines weiteren nationalen oder internationalen wissenschaftlichen Netzwerkes, so dass eine starke Bündelung von Expertise im ARCH-Netzwerk erfolgt. Die Gruppe wird insgesamt vier White paper finalisieren, welche Checklisten entsprechen, mittels derer Surveillancestrategien direkt implementiert werden können, respektive die Voraussetzungen und Standardisierung von Surveillance gewährleistet werden kann. Es werden sowohl Krankenhäuser als auch tiermedizinische Bereiche als auch unter anderem Altersheime und Pflegeeinrichtungen Beachtung finden. Hiermit wird ein großer Beitrag mit praktischer Anwendbarkeit erreicht, da die white papers in Form von Checklisten öffentlich zur Verfügung gestellt werden (App und open access Publikation). Die Checklisten werden von den einzelnen Experten in ihren lokalen Netzwerken verteilt und angewandt. Zuvor werden die entwickelten Checklisten von internationalen Experten (u.a. WHO, ECDC, Wellcome, EMA) auf ihre Validität überprüft. Die Anwendung im Netzwerk wird ihre praktische Tauglichkeit zeigen, so dass im Anschluss von ARCH eine breite Anwendung der Checklisten zur Standardisierung und Implementierung von Surveillancestrategien erfolgen kann.