Verbund

Automatische patientenindividuelle Kontrastmitteldosisoptimierung (IQ-CM)

Förderkennzeichen: 13GW0205 A-B
Fördersumme: 1.384.266 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Dr. Arpad Bischof
Adresse: IMAGE Information Systems Europe GmbH
Lange Str. 16
18055 Rostock

Intravenös injizierte Jod-Kontrastmittel sind toxisch für die Niere. Bei weltweit geschätzten 200 Millionen Kontrastmittelanwendungen pro Jahr treten in ungefähr 1,4 Prozent der Fälle (etwa drei Millionen Anwendungen) Kontrastmittelnebenwirkungen auf. Die Kontrastmittel-induzierte Nephropathie ist die dritthäufigste Ursache für akutes Nierenversagen. In Amerika und Europa ist diese für ca. 10 Prozent aller im Krankenhaus erworbenen Nierenversagen verantwortlich.

Radiologische Untersuchungen unter gleichzeitiger Verwendung von Kontrastmitteln (KM) gehören zu den Basismethoden der Bilddiagnostik und der interventionellen Therapie. Kontrastmittel sind Medikamente, die anatomische Strukturen sichtbar und physiologische Prozesse messbar machen, und in der klinischen Routine unverzichtbar sind. Das entscheidende Element für die Absorption der Röntgenstrahlen stellt dabei das atomare Jod im KM dar. Bisher gibt es keinen wissenschaftlichen oder technischen Ansatz, Kontrastmittel gezielt auf den einzelnen Patienten abgestimmt zu verabreichen.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Systems zur patientenindividuellen Optimierung der Kontrastmitteldosis und intelligenten Kontrastmittelinjektion. Dafür werden Patienten- und Untersuchungsdaten, Daten der Kontrastmittelpumpe und Computertomographie-Bilder digital ausgewertet. Auf der Grundlage von modellbasierten Methoden sowie Verfahren des maschinellen Lernens wird dem medizinischen Personal ein Dosisvorschlag zur Verfügung gestellt, der auf den einzelnen Patienten zugeschnitten ist. Durch iQ-CM soll die durchschnittliche Kontrastmitteldosis der Patienten um 20 bis 30 Prozent gesenkt werden. Damit können kontrastmittelbedingte Nebenwirkungen vermieden werden. Zudem lassen sich so die Kosten für Kontrastmittel ebenfalls um 20 bis 30 Prozent reduzieren.

Nach Projektende soll ein Demonstrator der medizintechnischen Lösung zur Verfügung stehen. Die IMAGE Information Systems Europe GmbH strebt anschließend die Zertifizierung als Medizinprodukt an.