Einzelprojekt

Behandlung der Optikusneuritis mit Erythropoietin

Förderkennzeichen: 01KG1306
Fördersumme: 1.273.068 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Wolf Lagrèze
Adresse: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Medizinische Fakultät Augenklinik
Killianstr. 5
79106 Freiburg

In einer Pilotstudie an Patienten mit Sehnerventzündung wurde kürzlich gezeigt, dass eine dreitägige intravenöse Gabe von Erythropoietin das Absterben von Nervenzellen reduzieren kann. Daher wird nun eine klinische Studie (Phase II) mit 100 Patienten mit Sehnerventzündung durchgeführt, in welcher verblindet und zufällig zugeteilt entweder Plazebo oder Erythropoietin gegeben wird. Diese Behandlung erfolgt zusätzlich zur Standardtherapie mit Methylprednisolon. Innerhalb von sechs Monaten werden danach mehrfach Sehfunktion sowie Nervenzell- und Nervenfasergehalt der Netzhaut berührungsfrei gemessen. Ein positiver Ausgang dieser klinischen Studie wäre nicht nur ein Beweis für einen klinisch wirksamen Schutz des Sehnervs, sondern würde bestehende Konzepte der Therapie der Multiplen Sklerose (MS) sinnvoll ergänzen. Im Rahmen der TONE-Studie erhalten die Patienten parallel zur leitlinienkonformen Standardtherapie mit hochdosiertem Methylprednisolon entweder Plazebo oder über drei Tage jeweils 30.000 Einheiten Erythropoietin intravenös. Zu Beginn sowie einen, vier und sechs Monate nach Einschluss des Patienten in die Studie werden die oben erwähnten Messungen durchgeführt. An die verblindete 6-monatige Studienphase schließt sich eine unverblindete 1,5-jährige Phase an, zu deren Ende die Patienten erneut nach obigem Schema untersucht werden. Hierbei wird insbesondere neben den augenheilkundlichen Messparametern der neurologische Status der Patienten besonders im Hinblick auf 1) einen Übergang eines ersten klinisch isolierten Syndroms zur klinisch definierten MS oder 2) dem Voranschreiten einer MS von Interesse sein.