Teilprojekt eines Verbundes

BRCAness als therapeutisches Ziel bei kindlichen soliden Hochrisiko-Tumoren

Förderkennzeichen: 01KT1905B
Fördersumme: 102.109 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Johannes H. Schulte
Adresse: Charité, Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Die Molekulardiagnostik mittels Next-Generation Sequencing (NGS) ist in den vergangenen Jahren mehr und mehr in den Mittelpunkt der Krebsforschung getreten. Trotz der Europa-weit angelegten Anstrengungen diesbezüglich lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt feststellen, dass die Heilungschancen für solide pädiatrische Tumoren mit Rezidiv nach wie vor verbesserungswürdig sind. Über alle soliden pädiatrischen Tumoren betrachtet, sind in 50% aller Fälle keine konkreten molekularen Angriffspunkte bekannt, sodass ein Einsatz spezifischer gezielter Therapien in diesen Fällen nicht möglich ist und stattdessen das ganze zur Verfügung stehende Arsenal an unspezifischer Medikation eingesetzt wird, leider oft mit schweren Nebenwirkungen und geringen Erfolgsaussichten. Aus der Vielzahl bisher erhobener NGS-Daten geht allerdings hervor, dass ein großer Anteil an Ewing Sarkomen, Osteosarkomen, Glioblastomen, Medulloblastomen, Neuroblastomen und Rhabdomyosarkomen eine spezifische molekulare Signatur aufweist, die in den betroffenen Zellen den Verlust eines essentiellen DNA-Reparaturmechanismus, eine Homologous Recombination Deficiency (HRD), hervorruft, wie sie auch bei loss-of-function Mutationen in den Genen BRCA1/2 auftritt. Zellen mit einer HRD sind sensitiv gegenüber einer Behandlung mit PARP-Inhibitoren und weisen somit eine sogenannte "BRCAness" auf. Dies wird im Verbundvorhaben BRCAddict überprüft.