Fördermaßnahme

Chronische Erkrankungen

Chronische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Deshalb fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) „Neue Therapieoptionen durch innovative Medizintechnik zur Behandlung chronischer Erkrankungen“.

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2016
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Gesamte Fördersumme: bis zu Mio. Euro
Anzahl der Projekte:

In den Industriestaaten und zunehmend auch in den weniger wohlhabenden Ländern zählen chronische Krankheiten heute zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, psychische Störungen und Diabetes mellitus sind weit verbreitet. Viele Betroffenen müssen erhebliche Einbußen ihrer Lebensqualität hinnehmen, da sie häufig nicht arbeitsfähig und damit in ihrer sozialen Teilhabe beschnitten sind. Doch chronische Erkrankungen belasten nicht nur die Patientinnen und Patienten. Auch die Wirtschaft und das Gesundheitssystem kommen sie aufgrund der häufigen Krankschreibungen der Betroffenen und kostenintensiven Behandlungen teuer zu stehen.

Vor diesem Hintergrund fördert das BMBF „Neue Therapieoptionen durch innovative Medizintechnik zur Behandlung chronischer Erkrankungen“. Das Ministerium unterstützt damit die bedarfsgerechte Erforschung und Entwicklung neuer medizintechnischer Therapieoptionen, die die Versorgung chronisch kranker Patienten verbessern sollen.

Ziel der Vorläufermaßnahme „Medizintechnische Lösungen bei Multimorbidität“ ist, mithilfe medizintechnischer Lösungen das Risiko einer behandlungsbedürftigen Mehrfacherkrankung durch präventive Maßnahmen zu senken, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen, das therapiebedingte Auftreten weiterer Erkrankungen zu verhindern oder Wechselwirkungen zwischen einzelnen Erkrankungen zu minimieren. Hierbei ist vor allem eine möglichst zeitsparende, minimalinvasive und umfassende Behandlung relevanter Funktionseinschränkungen angestrebt, etwa mit Blick auf den Bewegungsapparat, das Nervensystem sowie Störungen des Gastrointestinal- oder des Urogenitaltrakts. Aber auch Komplikationen, Wunden, Schmerzen nach medizinischen Maßnahmen oder Medikationsprobleme stellen medizinische Herausforderungen bei der Behandlung multimorbider Patienten dar, die mithilfe der Medizintechnik effizienter als bisher adressiert werden könnten.

Medizintechnische Lösungen haben gegenüber Medikamenten viele Vorteile: Sie haben keine pharmakologischen Nebenwirkungen und sind über den Verlauf einer Erkrankung betrachtet oft kostengünstiger. Werden sie mit Pharmakotherapien kombiniert, können sie dazu beitragen, dass die Behandlung effektiver wird. Wissenschaftler tüfteln bereits an winzigen Robotern, die im Inneren des Körpers Medikamente genau dorthin transportieren können, wo sie gebraucht werden. Medizintechnische Lösungen können auch dazu beitragen, die Dosis der Medikamente zu reduzieren. Das macht die Behandlung für Patientinnen und Patienten verträglicher und spart überdies Kosten ein. Für manche Betroffene, für die es keine medikamentöse Therapie gibt oder die übliche Behandlung nicht anspricht, können medizintechnische Lösungen die einzige Chance auf eine Linderung ihrer Beschwerden darstellen.