Einzelprojekt

Closed-Loop-Therapiesystem zur Behandlung chronischer Wunden durch elektrische und elektromagnetische Stimulation (HERON)

Förderkennzeichen: 13GW0253
Fördersumme: 626.220 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2019
Projektleitung: Heribert Stephan
Adresse: Neue Magnetodyn GmbH
Augustenstr. 41
80331 München

Allein in Deutschland betragen die Kosten zur Versorgung chronischer Wunden jährlich ca. 8 Milliarden Euro. Ein erheblicher Anteil nicht heilender Wunden bei Diabetikern endet in einer Vorfuß-, Unterschenkel- oder Oberschenkelamputation oder sie führen zu einer lebensbedroh-lichen Sepsis. Etwa 85 % aller Fußamputationen gehen Fußulzera (Geschwüre aus nicht heilenden Hautdefekten) voraus.

Die Standardtherapie bei Wundheilungsstörungen besteht in der Wundreinigung (Débridement) und der Versorgung mit (feuchten) Wundauflagen, die eine Sauerstoffversorgung ermöglichen und die Wunde vor Austrocknung schützen, teilweise in Kombination mit antibakteriell wirksamen Substanzen. Bei infizierten Wunden wird parallel zur Wundversorgung ein Antibiotikum gegeben. Aufgrund der oftmals erheblichen Schmerzen ist bei den betroffenen Pa-tienten die Versorgung mit starken Schmerzmitteln bis hin zu Opiaten erforderlich.

Ziel des HERON Vorhabens ist die Erforschung eines Therapie-Systems zur Behandlung chronischer Wunden (z.B. Ulcus cruris) mit simultaner elektrischer und magnetischer Stimulation mittels eines Closed-Loop-Systems. Eine gleichzeitige Erfassung für den Heilungsverlauf relevanter physiologischer Parameter ermöglicht die Optimierung der Therapie, angepasst an den Schweregrad der Wundheilungsstörung. Durch begleitende in vitro Untersuchungen und eine präklinische Pilotstudie wird die prinzipielle Anwendbarkeit der Technik unter realen Bedingungen erprobt.

Durch die kombinierte Anwendung elektrischer und magnetischer Stimulation chronischer Wunden in Verbindung mit an den Schweregrad der Wundheilungsstörung angepassten elektrischen und magnetischen Stimulationsparametern werden schnellere und wirksamere Behandlungsmöglichkeiten für chronische Wunden erwartet.