Verbund

DIFAMEM

Ein gesundheitsfördernder Lebensstil trägt maßgeblich dazu bei, Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten. Neben ausreichender körperlicher Aktivität gehört hierzu auch eine ausgewogene Ernährung.

Trotz der Möglichkeiten der Humangenomforschung und den modernen Methoden der Ernährungserhebung ist es jedoch schwierig, Schlüsselmechanismen zu identifizieren, über die die Ernährung die Gesundheit beeinflusst. Die Erforschung der epigenetischen Veränderungen, die durch bestimmte Ernährungsweisen entstehen, kann helfen diese Mechanismen aufzuklären.

In dem europäischen Verbund DIFAMEM soll untersucht werden, ob Pektine auf die Entstehung, Therapie und Ausprägung von Nahrungsmittelallergien eine präventive Wirkung haben. Pektine sind natürlich vorkommende, pflanzliche Polysaccharide. Dem Menschen dienen sie als Ballaststoffe. Der Verbund untersucht die Wirkung dieser Pektine auf das Mikrobiom, das Epigenom und das Metabolom bei Personen mit Nahrungsmittelallergien. Verschiedene Pektintypen werden dazu an einem Maus-Allergiemodell für die Pfirsichallergie getestet. Die Mäuse wachsen zunächst keimfrei auf, bevor menschliche Darmbakterien (Mikrobiom) in ihren Darm transplantiert werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysieren anschließend, ob und wie eine pektinhaltige Ernährung das Genom der Tiere chemisch verändert (Epigenom) und sich auf den Stoffwechsel (Metabolom) auswirkt.

Teilprojekte

Intervention von Nahrungsmittelallergien durch Aufnahme von Pektin, und Einfluss Pektin-reicher Nahrung auf die intestinale Mikrobiota, das bakterielle Metabolom und die Epigenetik

Förderkennzeichen: 01EA1901
Gesamte Fördersumme: 240.862 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Vieths
Adresse: Paul-Ehrlich-Institut Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel
Paul-Ehrlich-Str. 51-59
63225 Langen

Intervention von Nahrungsmittelallergien durch Aufnahme von Pektin, und Einfluss Pektin-reicher Nahrung auf die intestinale Mikrobiota, das bakterielle Metabolom und die Epigenetik

Die Entstehung und Ausprägung von Nahrungsmittelallergien wird durch die genetische Prädisposition als auch durch vielfältige Umweltfaktoren, und damit auch durch das Ernährungsverhalten bestimmt. Eine veränderte Ernährung kann sich dabei in einer Dysbiose der Mikrobiota des Verdauungsapparates auswirken, was in einer veränderten Produktion bakterieller Metabolite (Stoffwechselprodukte) resultiert und epigenetische Veränderung in den Körperzellen bewirken kann. Epigenetische Mechanismen wiederum sind in die Regulation der Immunantwort involviert. So konnte im Mausmodell der präventive Effekt von Pektin auf respiratorische Allergien gezeigt werden. In diesem Projekt soll in einer präklinischen und klinischen Studie der Einfluss von Pektinen auf die Nahrungsmittelallergie untersucht werden, wobei die nsLTP-vermittelte Pfirsichallergie dabei als Modell dient. Neben dem zugrunde liegenden Mechanismus der Immunmodulation beinhaltet das Projekt die integrative Analyse des epigenetischen, mikrobiomischen, metabolomischen und immunologischen Profils. In dem Projekt soll das Verständnis des Zusammenspiels von präbiotischen Nahrungsmittelkomponenten, der Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota, deren Metabolite und die durch epigenetische Veränderungen hervorgerufene Immunmodulation verbessert werden.