Fördermaßnahme

Digitale Gesundheitsversorgung

Das Fachprogramm Medizintechnik identifiziert die Digitalisierung als einen der Innovationstreiber des Gesundheitssystems. Das BMBF fördert deshalb „Medizintechnische Lösungen für eine digitale Gesundheitsversorgung“.

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2016
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Gesamte Fördersumme: bis zu Mio. Euro
Anzahl der Projekte:

IT-Lösungen in der Medizin – das ist mehr als Kommunikation und Datenspeicherung. Immer häufiger werden Patienten mit Hilfe digitaler Lösungen versorgt. Das Spektrum reicht dabei von der Online-Therapie bei Depressionen über den Einsatz von Computerspielen in der Rehabilitation bis zum digital gestützten Verhaltenstraining. Darüber hinaus bergen digitale Systeme ein großes Potenzial für die Vernetzung von Medizinprodukten im Versorgungsumfeld und bei deren digitaler Fertigung.

Mit der Förderrichtlinie „Medizintechnische Lösungen für eine digitale Gesundheitsversorgung“ will das BMBF digitale Therapien und Therapieunterstützungssysteme, digitale Versorgungs- sowie Fertigungsketten auf den Weg bringen. Die Maßnahme wurde erstmals 2014 ausgeschrieben. Aufgrund der großen Resonanz – aus 120 eingereichten Projektskizzen wurden 15 Projekte mit einem Fördervolumen von 20 Millionen Euro ausgewählt – wurde sie 2016 neu aufgelegt.

Zu den geförderten Projekten gehört „DigiPhobie“ (Digitale Therapie zur häuslichen Behandlung von spezifischen Phobien): Die Initiatoren wollen ein Virtual-Reality- oder Augmented-Reality-System entwickeln, mit dem Patienten mit einer Phobie selbstständig eine Konfrontationstherapie in den eigenen vier Wänden durchführen können. Das ist nicht nur kostengünstiger als eine Therapie in einer medizinischen Einrichtung, sondern auch mit einem wesentlich geringeren logistischen Aufwand verbunden.

Ein weiteres Beispiel ist das Projekt „Panther“ (Patientenorientierte onkologische Therapieunterstützung). Hier soll ein System entwickelt werden, das auf Basis von Computertomografie-Bildern eine präzise Therapieentscheidung zu einem früheren Zeitpunkt möglich macht. Zusätzlich soll eine präzisere Klassifizierung des Tumors sowie eine bessere Überwachung des Krankheitsverlaufs erreicht werden.

Digitalisierung steckt in vielen Bekanntmachungen

Auch in anderen Förderrichtlinien des BMBF spielt die Digitalisierung eine Schlüsselrolle, beispielsweise bei der „Individualisierten Medizintechnik“. Dort bildet die Digitalisierung die Grundlage für individualisierte Computer-assistierte Interventionen, modellgestützte Therapieplanungen, IT-basierte Assistenzsysteme in Diagnostik wie Therapie oder auch patientenindividuelle Implantate. Im Förderprojekt „EITPSI“ (Patientenspezifische Wirbelkörper-Ersatzimplantate zur segmentalen Stabilisierung der Wirbelsäule) beispielsweise werden individualisierte Wirbelkörperimplantate entwickelt. Diese sollen besser an den Patienten angepasst und stabiler in der Wirbelsäule verankert werden können. So sollen die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten und ein Einsinken der Ersatzimplantate in den umliegenden Knochen vermieden werden.

Auch im Rahmen der Richtlinie „KMU-innovativ Medizintechnik“ werden zunehmend digitale Projekte gefördert. Zwar stammt der Großteil der Antragsteller eher aus der klassischen Medizintechnik. Doch auch dieser Bereich rüstet digital auf. Präzisionsmedizin ist das Thema des Projektes „RoPaRa“ (Robotergeführte Patientenliege für den Einsatz in der Radiotherapie). Das Projekt zielt auf eine verbesserte Strahlentherapie für Krebspatienten. Dies soll mittels einer neuartigen Patientenliege aus carbonfaserverstärktem Kunststoff erreicht werden, die durch einen Roboter exakt so bewegt wird, dass die Eigenbewegung des Tumors – etwa wenn der Patient atmet – ausgeglichen wird.

Die Potenziale der Telemedizin wurden bereits vor einigen Jahren erkannt und gefördert. Ein Bespiel dafür ist das Projekt „Fontane“, mit dem die Versorgungsqualität bei kardiovaskulären Erkrankungen in strukturschwachen Regionen verbessern werden soll. Das Projekt befindet sich in der Endphase und hat gute Perspektiven, den Mehrwert der telemedizinischen Mitbetreuung zu belegen und ihr so den Eingang in die Regelversorgung zu ermöglichen.