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Digitale Therapie zur häuslichen Behandlung von spezifischen Phobien (DigiPhobie)

Epidemiologische Studien zeigen, dass rund 12 Prozent der Bevölkerung unter einer spezifischen Phobie leiden, also unter einer konkreten Furcht vor einem Objekt oder einer Situation. Der Großteil dieser Phobien richtet sich gegen Spinnen, Ungeziefer, Mäuse, Schlangen und Fledermäuse. Alleine die Spinnenphobie hat eine Verbreitung von 3,5 bis 6,1 Prozent in der Allgemeinbevölkerung. Patienten mit einer solchen Phobie reagieren bei dem Anblick oder allein dem Gedanken an eine Spinne panisch. Dies führt zu erheblichen Einschränkungen in der Lebensqualität der betroffenen Personen.

Bisher wird die Spinnenphobie mit Hilfe einer Konfrontationstherapie behandelt. Dabei wird der Patient mit dem angstauslösenden Objekt konfrontiert und lernt mit der Zeit die Ängste abzubauen und sich an die Situation zu gewöhnen. Der Erfolg dieser Therapie ist empirisch belegt. Allerdings werden etwa 60 bis 80 Prozent der Betroffenen bisher nicht therapiert. Das liegt einerseits am fehlenden Therapieangebot, andererseits sind die Betroffenen oft nicht bereit sich ihren Ängsten in der Realität zu stellen.

Ziel des vorliegenden Projektes ist die Erforschung und vorwettbewerbliche Entwicklung einer Therapiesoftware für ein Virtual-Reality- oder Augmented-Reality-System, das zur häuslichen Durchführung einer Verhaltenstherapie dient. Die Patienten werden dabei in der virtuellen Realität mit dem angstauslösenden Objekt, in diesem Fall der Spinne, konfrontiert. Durch die Ergebnisse von „DigiPhobie“ können Patienten im Vergleich zur realen Konfrontationstherapie, mit wesentlich geringerem logistischem und finanziellem Aufwand zu Hause therapiert werden.

Die Behandlung in der eigenen häuslichen Umgebung bietet den Patienten dabei ein höheres Sicherheitsgefühl. Mit dieser Therapie können zudem Patienten erreicht und motiviert werden, die eine Konfrontation mit echten Spinnen zunächst scheuen.

Die Wirksamkeit der digitalen Therapie wird in einer klinischen Studie untersucht und bewertet. Die ermittelten Ergebnisse dienen als Basis für die Erarbeitung von weiteren therapeutischen Behandlungskonzepten für andere spezifische Phobien.