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Digitale Therapieerfolgsbestimmung im Bereich der Kompressionstherapie (THERAFOLG-KOMP)

Wassereinlagerungen im Körpergewebe (Ödeme) führen zu Schwellungen. Tritt eine Erweiterung oder ein Blutstau in größeren Venen an den Beinen auf, wird Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe gepresst. Beinödeme können ebenfalls entstehen, wenn die Lymphflüssigkeit aufgrund einer Behinderung nicht abfließen kann. Dabei sammelt sich die Lymphe im Gewebe und verursacht Schwellungen. Rund 14 Prozent der deutschen Bevölkerung hat Symptome eines primären Lymphödems, davon leiden ca. 3 Millionen Menschen an ödembehafteten Erkrankungen. Frauen sind fast fünfmal häufiger betroffen als Männer.

Ödeme werden häufig ineffektiv behandelt, obwohl effiziente Hilfsmittel zur Kompressionstherapie wie Bandagen und Strümpfe regelmäßig verordnet werden. Dies liegt in erster Linie an einer unzureichenden Therapieerfolgsbestimmung und der eingeschränkten Kommunikation zwischen den Therapie-Beteiligten. Dadurch werden die Motivation und schließlich die Compliance der Patienten in der Behandlung reduziert. Studien zeigen, dass rund 70 Prozent der Ödem-Patienten Schmerzen empfinden, rund die Hälfte der Patienten leidet an Bewegungsstörungen und alle Betroffenen empfinden deutliche Einschränkungen im Alltag und Erwerbsleben.

Das Ziel des vorliegenden Projekts besteht daher in der Entwicklung eines Expertensystems, das mittels textiler Sensorik die Möglichkeit bietet, den Erfolg von Kompressionstherapien zu messen. Dieser soll dadurch für Patienten, Ärzte und Hilfsmittelhersteller sicht- und nutzbar gemacht werden. Die Behandlungsakzeptanz wird durch die digitale Rückmeldung des Therapieerfolges erhöht.

Nach Projektende werden das technologisch optimierte Messsystem und ein darauf aufbauendes Expertensystem als Medizinprodukt zugelassen. Die Verwertung wird von den beteiligten Industriepartnern durchgeführt. Die übrigen Projektpartner sind über einen Konsortialvertrag in die Verwertung mit eingebunden.