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Digitales Therapieunterstützungssystem in der außerklinischen Beatmung bei COPD Patienten (DI-GIVENT)

Die COPD (engl.: chronic obstructive pulmonary disease) bezeichnet als Sammelbegriff eine Gruppe von irreversiblen Krankheiten der Lunge, die durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot gekennzeichnet sind. Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 210 Millionen Menschen an einer COPD erkrankt, allein in Deutschland rund 6,8 Millionen, Tendenz steigend.

Die COPD-Therapie ist eine Langzeittherapie mit medikamentösen und nichtmedikamentösen Maßnahmen und richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Im fortgeschrittenen Stadium der COPD, wenn die Sauerstoffversorgung durch die geschädigte Lunge nicht mehr ausreicht und der Betroffene unter ständiger Atemnot leidet, ist eine Sauerstofflangzeittherapie notwendig.

Die künstliche Beatmung kann sowohl auf der Intensivstation als auch, im Sinne einer nichtinvasiven Langzeitbeatmung, im häuslichen Umfeld durchgeführt werden. Heutzutage erfolgt die Indikationsstellung, Einleitung und Kontrolle der außerklinischen Beatmung ausschließlich stationär. Die zu erwartende weltweite Zunahme an COPD-Patienten und der sich abzeichnende Fachkräftemangel werden zu einem Engpass und damit zu einer Verschlechterung in der Versorgung führen.

Ziel des Projektes ist die Etablierung eines digitalen telemedizinischen Therapieunterstüt-zungssystems, mit dem die stationären Versorgungsprozesse qualitativ gleichwertig aber ressourceneffizienter in den ambulanten Bereich verlagert werden können. Entwickelt werden Behandlungspfade und Algorithmen zur Entscheidungsunterstützung und Personalisierung der Funktionen von außerklinischen Beatmungsgeräten. Zur Personalisierung werden patientenindividuelle Modelle, Messdaten vom Beatmungsgerät, Vitalparametermessungen und vom Patienten selbst eingegebene Daten verwendet.

Dadurch wird eine semi-automatische, optimierte und personalisierte Einleitung und Kontrolle einer außerklinischen Beatmung ermöglicht, die von nichtärztlichem Personal außerhalb der Klinik durchgeführt werden kann. Die ärztliche Aufsicht erfolgt mit Hilfe eines telemedizinischen Systems. Mit Hilfe des zu entwickelnden Therapieunterstützungssystems werden Ärzte und Gesundheitssystem entlastet. Die häusliche Behandlung führt zudem zu einer verbesserten Patientenadhärenz und damit zu einem höheren Therapieerfolg.