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Digitales Verfahren zur Erkennung und Therapie des Schlafapnoe-Syndroms (THERASAS)

Das Schlafapnoe-Syndrom (SAS) ist eine schlafbezogene Atmungsstörung, bei der es während des Schlafes wiederholt zu einem Kollaps des Rachenraumes kommt. Dadurch werden die oberen Atemwege teilweise oder komplett blockiert, so dass eine Unterversorgung mit Sauerstoff auftritt. ln den Industriestaaten sind Schätzungen der European Respiratory Society zufolge drei bis sieben Prozent aller Männer mittleren Alters und zwei bis fünf Prozent aller Frauen von der häufigsten Form des SAS, dem sogenannten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) betroffen. Bei der OSAS ist eine starke Entspannung der ringförmigen Muskulatur um die oberen Atemwege die Ursache für die Blockade der Atemwege im Schlaf.

Zur Therapie werden unter anderem Zahnschienen eingesetzt. Sie werden nachts im Mund getragen und verhindern, dass die Rachenmuskulatur im Schlaf zusammenfällt und den Luftweg blockiert. Gegenüber anderen Maßnahmen stellen Zahnschienen eine einfache und verträgliche Therapie dar. Allerdings sind bisher Ursache und Ort der Entstehung des Atemwegsverschlusses (Obstruktion) nicht genau erkennbar. Dadurch, dass die Zahnschienen nicht individuell angepasst sind, kann nicht zielgerichtet therapiert werden.

Im Projekt THERASAS soll durch Verfahren der medizinischen Bildgebung (Computertomographie und Magnetresonanztomographie) ein dreidimensionales digitales Modell der oberen Atemwege aufgebaut und die individuelle Luftströmung beim Atmen simuliert werden. Durch Druckmessungen am Modell und durch Simulationen kann dann die ortsabhängige Ursache des OSAS eindeutig identifiziert und in Folge besser therapiert werden.

Als Ergebnis des Projektes entsteht ein digitales Verfahren, um patientenindividuell die Ursache des OSAS zu analysieren und die Position einer Zahnschiene zu optimieren bzw. eine geplante chirurgische Intervention zu simulieren. Die notwendigen Projektdaten werden von den Projektpartnern im Rahmen einer Patienten-Studie erhoben.