Einzelprojekt

DisPersOnk - Modellprojekt eines bioethischen Diskurses zur personalisierten Onkologie

Förderkennzeichen: 01GP1775
Fördersumme: 192.440 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Frank Rösl
Adresse: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Abt. Virale Transformationsmechanismen (F030)
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

Die genombasierte Personalisierung von Daten in der modernen Onkologie steht im Fokus des zweijährigen Vorhabens, das sich an Schüler, Doktoranden und Lehrer richtet. Junge Menschen werden mit medizinischen, ethischen, rechtlichen, ökonomischen und sozialen Implikationen der personalisierten Medizin vertraut gemacht und zu einer reflektierten Urteilsbildung und Entscheidungsfindung angeleitet. Das Diskursprojekt nimmt auf die lebensweltlichen Kontexte der Teilnehmer Bezug und bringt sie mit wissenschaftlicher Expertise zu biomedizinischen Fragestellungen ins Gespräch. Es nimmt Bezug auf Ergebnisse und Methoden der Technikfolgenabschätzung und Partizipationsforschung und orientiert sich an den Verfahren Konsensuskonferenz und Bürgerforum. Das zugrunde gelegte Urteilsbildungsmodell geht davon aus, dass der technikinduzierte Bewertungsansatz durch den problemorientierten zu ergänzen ist. Es handelt sich um ein Verfahrensmodell mit inhaltlichen Implikationen, das in einer stufenweisen Prüfung der Ziele, Mittel und Folgen besteht. Die Teilnehmer durchlaufen dabei einen strukturierten Arbeits- und Diskussionsprozess, der in eine gemeinsame Empfehlung mündet. Die Arbeitsphasen integrieren jugendgerechte und anspornende Methoden aus dem Labor. Die Einbeziehung außerschulischer Lernorte stellt einen weiteren Praxisbezug her und knüpft an die Lebenswelt der Heranwachsenden an. Das Diskursvorhaben ist als kopierfähiges Modell für schulische Zusammenhänge (Regelunterricht, fächerübergreifender Unterricht, Projekttage) und außerschulische Lernorte wie das Netzwerk Schülerlabore in der Helmholtz-Gemeinschaft konzipiert. Die Lehrer- bzw. Doktorandenfortbildungen werden ins reguläre Programm von Lehrerfortbildungseinrichtungen bzw. in das internationale PhD Programm als Teil der naturwissenschaftlichen Grundbildung ("scientific literacy") implementiert. Das Diskursvorhaben versteht sich als länderübergreifendes Modellprojekt für ein bundesweites Diskursangebot.