Verbund

Einzelpunkt-Sensorsystem für die nicht-invasive, dynamische Messung der Herzfunktion (SINDynamik)

Kardio-vaskuläre Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Zentrale Voraussetzung für eine Verbesserung der Therapie, ist eine effiziente Langzeitdiagnostik. Die Echtzeitmessung des zentralen Venendrucks (ZVD) im rechten Vorhof des Herzens in Bezug zum EKG-Signal stellt eines der wichtigsten Verfahren in der Herz-Lungen Diagnostik dar. Um die dynamischen ZVD-Werte im zeitlichen Verlauf exakt zu erfassen, kommen invasive und sehr kostenintensive Ansätze mit drucksensorintegriertem Herz-Katheter zum Einsatz, die nicht für eine zugängliche präventive Diagnostik eingesetzt werden können. So ist bislang insbesondere nach einem Herzinfarkt oder einer Herzoperation eine Langzeitüberwachung der Herzkammerdynamik und des Herzventilzyklus, nicht möglich.

Ziel des Verbundprojekts SINDynamik ist deshalb die Erforschung und die vorklinische Validierung einer neuartigen Diagnose-Methode zur simultanen und nicht-invasiven Bestimmung des ZVD-Echtzeitsignals und des EKG-Signals. Dabei soll eine bio-elektrodynamische Erfassung der Herzaktivität an einem einzelnen Körperpunkt (Single Point Cardio-Dynamics, SPC) erfolgen. Der Sensor detektiert die bio-elektrische Herzgewebe-Depolarisation, überlagert mit der mechanischen Bewegung des elektrisch geladenen Herzgewebes und kann damit ein vollständiges Ladungsabbild der Herz-Lungen-Wechselwirkung mit der Atemdynamik liefern. Das SPC-Messverfahren ermöglicht prinzipiell eine kontinuierliche, nicht-invasive, personifizierte  Herzdiagnostik, generiert damit einen erheblichen Patientennutzen und soll zur Verringerung der Mortalitätsrate nach einem Herzinfarkt beitragen.

Die Leistungsfähigkeit des SPC-Verfahrens wird am Ende des Projekts durch den Vergleich mit Standardverfahren zu EKG- und ZVD-Messungen an einer kleinen Testgruppe von Herz-Lungen Patienten demonstriert.