Teilprojekt eines Verbundes

Entwicklung von drei Selbstbeschreibungsinstrumenten zur Erfassung des Rückfallrisikos bei Sexualstraftätern

Förderkennzeichen: 01KR1807B
Fördersumme: 151.388 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2021
Projektleitung: Dr. Sonja Etzler
Adresse: Kriminologische Zentralstelle e.V.
Viktoriastr. 35
65189 Wiesbaden

Online-gestützte Interventionen für Kindesmissbrauchstäter nach der Haftentlassung stellen eine kostengünstige Erweiterung der etablierten Behandlungen dar, um die Rückfallwahrscheinlichkeit der Kindesmissbrauchstäter zu verringern. Bevor eine solche Online-Intervention flächendeckend etabliert werden kann, muss ihre Wirksamkeit empirisch nachgewiesen worden sein. Für diesen Nachweis werden Messverfahren benötigt, die den Therapieeffekt genau erfassen können. Befragungsinstrumente, die online eingesetzt werden können haben hierbei einige Vorteile. Auffällige Verhaltensweisen werden direkt und ohne zeitliche Verzögerung erfasst. Aufgrund ihrer einfachen Anwendung können solche Befragungen sehr häufig und mit wenig Kosten durchgeführt werden, was eine lückenlose Verlaufsevaluation ermöglicht. Studien konnten darüber hinaus zeigen, dass Straftäter online sehr offen von bis dato unerkannten devianten Verhaltensweisen berichten. Ziel dieser Studie ist deshalb, drei Messinstrumente zu entwickeln, die das Rückfallrisiko von Sexualstraftätern messen sowie die positiven Veränderungen durch die Online-Intervention. Diese Instrumente sollen zum einen für die Überprüfung der Wirksamkeit der Online-Intervention eingesetzt werden. Zum anderen stellen dies die ersten Instrumente dieser Art dar, die eine ökonomische Messung der Rückfallwahrscheinlichkeit durch Selbstbeschreibung ermöglichen. Sämtliche Maßnahmen der Bewährungs- und Führungsaufsicht bleiben darüber hinaus bestehen und werden unverändert umgesetzt.