Fördermaßnahme

ERA-NET NEURON 2017 - 2020: Förderung von europäischen Forschungsprojekten zu traumatischen Verletzungen des zentralen Nervensystems

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2016
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Gesamte Fördersumme: bis zu 3 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 19 Verbünde, davon 11 mit deutscher Beteiligung, insgesamt 15 deutsche Zuwendungsempfänger

Erkrankungen des zentralen Nervensystems sind eine Hauptursache für Morbidität, Mortalität und Beeinträchtigung der Lebensqualität in der heutigen Zeit. Weltweit sind mehr als eine Milliarde Menschen hiervon betroffen. Daher ist es von höchster Priorität, neurologische und psychische Erkrankungen zu erforschen sowie ihre Diagnose und Therapie zu verbessern. Eine Häufige Ursache für schwere Beeinträchtigungen Betroffener sind Traumatische Verletzungen des Nervensystems, wie das Schädel-Hirn-Trauma und Rückenmarksverletzungen. Daher haben folgende NEURON-Partnerorganisationen eine gemeinsame Fördermaßnahme zur Thematik implementiert:

  • Deutschland, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • Belgien
    • Fonds de la Recherche Scientifique (FNRS);
    • Research Foundation Flanders (FWO);
  • Frankreich, French National Research Agency (ANR);
  • Israel, Chief Scientist Office, Ministry of Health (CSO-MOH);
  • Italien, Ministry of Health (MOH);
  • Kanada
    • Fonds de recherche du Québec-Santé (FRQS);
    • Canadian Institutes of Health Research – Institute of Neurosciences, Mental Health and Addiction (CIHR-INMHA),
    • Ontario Neurotrauma Foundation (ONF);
  • Lettland, State Education Development Agency (VIAA);
  • Niederlande, The Netherlands Organisation for Scientific Research (NWO);
  • Norwegen, The Research Council of Norway (RCN);
  • Österreich, Austrian Science Fund (FWO);
  • Polen, National Centre for Research and Development (NCBR);
  • Portugal, Foundation for Science and Technology (FCT);
  • Rumänien, Executive Agency for Higher Education, Research, Development and Innovation Funding (UEFISCDI);
  • Schweiz, Swiss National Science Foundation (SNSF);
  • Slovakei, Slovak Academy of Sciences (SAS);
  • Spanien
    • Ministry of Economy and Competitiveness (MINECO);
    • National Institute of Health Carlos III (ISCIII);
  • Türkei, The Scientific and Technological Research Council of Turkey (TUBITAK);
  • Vereinigtes Königreich, Medical Research Council (MRC).


1. Ziel der Fördermaßnahme

Ziel der Bekanntmachung ist die Förderung von transnationalen Verbundvorhaben mit wichtigen Fragestellungen zu traumatischen Verletzungen des zentralen Nervensystems. Derartige Verletzungen führen häufig zu bleibenden Behinderungen und stellen eine erhebliche Belastung für die Betroffenen und ihre Angehörigen dar. Gefördert werden können Vorhaben, die die gesamte Breite von Forschungsansätzen von der Untersuchung grundlegender Krankheitsmechanismen über klinische Studien (bis zu Phase 2, "proof-of-concept") bis hin zur Neurorehabilitation umfassen. Der Fokus der Bekanntmachung richtet sich auf Schädigungen des zentralen Nervensystems in Folge primärer, äußerer Gewalteinwirkungen. Dies umfasst akute Schädel-Hirn-Traumata und Rückenmarksverletzungen im gesamten Lebensverlauf.

Die Vorhaben sollen mindestens eines der folgenden Forschungsgebiete abdecken:

  • grundlagenorientierte Forschungsansätze zu Pathogenese und/oder Ätiologie von Schädel-Hirn-Traumata und Rückenmarksverletzungen. Dies kann die Entwicklung besonders innovativer oder gemeinsam verwendeter Ressourcen und Technologien zur Diagnose, Prävention oder zur Therapie der Folgen von Verletzungen des zentralen Nervensystems beinhalten.
  • klinische Forschungsansätze (inklusive der Nutzung neuer und/oder bereits vorhandener klinischer Datensätze) zur Entwicklung neuer Verfahren zur Di-agnose, Therapie oder technologie-basierter Neurorehabilitation (z.B. Brain-Computer-Interfaces, EEG und bildgebende Verfahren) nach Verletzungen des zentralen Nervensystems.


2. Stand der Fördermaßnahme

Die „Richtlinie zur Förderung von europäischen Forschungsprojekten zu traumatischen Verletzungen des zentralen Nervensystems“ wurde am 07.01.2017 veröffentlicht. In Reaktion hierauf wurden 103 Projektskizzen beim NEURON „Joint Call“-Sekretariat (Leitung: ISCIII, Spanien) eingereicht. Zur Begutachtung der Projektskizzen wurden externe, internationale Expertinnen und Experten der relevanten Fachdisziplinen einbezogen. 43 Projektvorschläge wurden positiv bewertet und zur Einreichung von ausführlichen Projektanträgen aufgefordert. Nach einer erneuten externen Begutachtung wurden 19 transnationale Verbundvorhaben mit insgesamt 92 beteiligten Forschungsgruppen für eine Förderung ausgewählt. Elf Forschungsgruppen kommen aus Deutschland. Die Fördersumme beträgt insgesamt etwa 17,9 Millionen Euro, das BMBF fördert hierbei die deutschen Forschungsgruppen mit rund 3 Millionen Euro.