Einzelprojekt

Erforschung einer neuartigen Harnleiterschienen-Extraktion unter Einbezug der parallelen Erforschung von antibakteriellen Harnleiterschienen (Extraktionsschiene)

Förderkennzeichen: 13GW0258
Fördersumme: 758.760 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2020
Projektleitung: Martin Hahn
Adresse: OSCOMED GmbH
Am Lindenbach 3
96515 Sonneberg

Störungen des Harnabflusses aus dem Nierenbecken treten bei Patienten insbesondere in einer perioperativen Phase oder im Rahmen einer Steinsanierung über den Harnleiter in die Blase auf. Mehrere tausend Patienten sind davon jedes Jahr in Deutschland betroffen. Für die Behandlung ist es notwendig, dass der behandelnde Arzt beim Patienten eine Harnleiterschienung vornimmt, in der eine sogenannte Doppel-J-Schiene oft über mehrere Wochen bis zu einem halben Jahr und länger in Körper verweilt. Die herkömmliche Methode mit Zystoskopie und Zangeneinsatz ist sehr invasiv und wird von den Patienten als unangenehm wahrgenommen. Da die eingesetzten Zangen aus unflexiblem Metall gefertigt sind, ist die Verletzungsgefahr für Harnröhre und Harnblase während der Behandlung hoch. Alternative Produkte und schonendere Verfahren eignen sich bislang nicht für eine lange Verweildauer im Körper.

Im vorliegenden Projekt soll ein neuartiger Extraktionskatheter entwickelt werden, bei dem auf die Verwendung von Zystoskopen mit Zangeneinsatz vollständig verzichtet werden kann. Der Katheter soll eine deutlich geringere Verletzungsgefahr für die Harnröhre und die Harnblase des Patienten aufweisen, weil er aus einem elastischen Material ist und eine weiche Spitze besitzt. Da der Katheter als Einmalprodukt ohne Zystoskope und Zangen auskommen soll, wird darüber hinaus eine deutliche Kostenreduzierung für das Gesundheitssystem erwartet.

Bei der Entwicklung des neuartigen Materials wird zusätzlich erforscht wie eine antibakterielle Beschichtung auf die Harnleiterschiene aufgetragen werden kann. Die Vermeidung von Infektionen und sogenannten Inkrustationen (Biofilmbildungen) ist essentiell für das Wohlbefinden der Patienten. In Zusammenspiel mit dem neuartigen Extraktionsverfahren wird ein innovatives, bedarfs- und patientenorientiertes Medizinprodukt entwickelt, dass nach Projektende in Deutschland und Europa und danach weltweit vermarktet werden soll.