Ernährung im Alter: Wie das Gehirn leistungsfähig bleibt

Im Alter steigt das Risiko, an Morbus Alzheimer oder anderen degenerativen Veränderungen des Gehirns zu erkranken. Nahrungsbestandteile wie Curcumin können das Gehirn schützen. Dafür muss der Körper sie allerdings in ausreichender Menge aufnehmen.

Curcuminpulver und Gelbwurz

Gewürze verfeinern nicht nur unser Essen. Sie können auch gesundheitsfördernde Eigenschaften haben – wie beispielsweise Curcumin, das in gelbem Currypulver vorkommt.

iStock/Elena Schweitzer

Curcumin zählt zu den ältesten Arzneien und Gewürzen überhaupt. In Zellkulturen kann der Naturstoff das Wachstum von Tumorzellen hemmen, Entzündungen eindämmen und zellschädigende Oxidationsprozesse verhindern.

Curcumin wird bereits seit 4000 Jahren in der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda verwendet. Gewonnen wird der Naturstoff aus der in Südasien heimischen Gelbwurz. Er gibt nicht nur dem Currypulver seine Farbe, sondern auch Margarine, Senf & Co – als Nahrungsmittelergänzungsstoff E 100.

Ein Forschungsverbund unter Leitung von Prof. Jan Frank von der Universität Hohenheim entwickelt neuartige Darreichungsformen für Curcumin, um den Wirkstoff besser nutzbar zu machen. Denn Curcumin wird vom Körper im Magen-Darm-Trakt äußerst schlecht aufgenommen. Mithilfe zweier Tricks gelang es Prof. Jan Frank mit Kolleginnen und Kollegen aus fünf Universitäten und fünf Industriebetrieben, die Aufnahme zu verbessern:

Trick 1 basiert auf so genannten Mizellen. Das sind winzige Lipidtröpfen, die eine wasserlösliche Außenhülle haben und deshalb die Darmwand besser passieren können. In Mizellen verpackt, ist das ansonsten schlecht lösliche Curcumin leichter verfügbar.

Trick 2 setzt auf Ablenkung. Dem Curcumin wird die vielfache Menge chemisch ähnlicher Pflanzenstoffe beigemischt. Sie sollen die körpereigenen Systeme, die den Wirkstoff normalerweise ausscheiden, überschwemmen und so außer Kraft setzen.

Dass der Plan funktioniert, zeigte sich an freiwilligen Testpersonen: „Wenn sie Curcumin zusammen mit den anderen Pflanzenstoffen verzehrten, gelangte davon bis zu achtmal mehr in ihr Blut, als wenn sie reines pulverförmiges Curcumin in Kapseln einnahmen. Wenn sie es in Mizellenform schluckten, war sogar bis zu 185-mal mehr Curcumin im Blut zu finden“, fasst Prof. Jan Frank zusammen.

Curcumin vermindert bei Mäusen gefährliche Ablagerungen im Gehirn

Kommt der Naturstoff mit dem Blut aber auch ins Gehirn? Und kann er dort seine heilsamen Wirkungen entfalten? Diese Fragen ließen sich mit Mäusen klären, die ähnliche Symptome zeigen wie an Alzheimer erkrankte Menschen: In ihrem Gehirn lagert sich ein schädliches Eiweiß namens beta-Amyloid ab. Außerdem altern auch die für den Energiehaushalt der Zelle wichtigen Mitochondrien schneller und liefern den Nervenzellen zusehends weniger Energie.

Diesen Alzheimer-Mäusen wurden drei Wochen lang täglich Curcumin-Mizellen ins Futter gemischt. „Danach hatten sie in ihrem Hirngewebe deutlich weniger Amyloid-Ablagerungen als Mäuse, die unbehandeltes Futter gefressen hatten. Und auch die Mitochondrien funktionierten besser“, berichtet Prof. Jan Frank.

Der Ernährungswissenschaftler und seine Kolleginnen und Kollegen erhoffen sich daher, dass Curcumin – am besten als Emulsion aus Mizellen verabreicht – auch beim Menschen die Gehirnfunktionen verbessert und das Fortschreiten einer Demenz verlangsamt.

Ergebnisse der Gesundheitsforschung

Ein Jugendlicher und eine Jugendliche essen an einem Imbiss.

Was beeinflusst unser Ernährungs- und Bewegungsverhalten?

Welche Faktoren beeinflussen unser Ernährungs- und Bewegungsverhalten? Dieser Frage gehen die Forschenden des Netzwerks DEDIPAC nach.

Flaschen mit Speiseöl

Lecker, fetthaltig und gesund

Ziel des Forschungsprojektes war es, den Anteil der Omega-3-Fettsäuren in herkömmlichen Lebensmitteln zu erhöhen.