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Frühe adäquate Sepsis-Therapie mittels Ionenmobilitätsspektrometriebasierter Diagnostik (FAST-IMS)

In Deutschland sterben täglich mehr als 150 Menschen an einer Sepsis (Blutvergiftung). Mit jährlich bis zu 60.000 Todesopfern gehört diese Erkrankung damit zu den häufigsten Todes-ursachen. Der derzeitige Nachweis der für die Sepsis verantwortlichen Bakterien wird mittels Kultivierung von Patientenblut durchgeführt, welches in Blutkulturflaschen überführt wird. Diese enthalten ein Nährmedium das die Bakterien zum Wachstum anregt. Eine ausreichende Menge an Keimen in der Kultur ist für die Analyse der Bakterienart bislang unverzichtbar. Erst dann kann die mikrobiologische Untersuchung zur Erregeridentifikation eingeleitet werden. Die Zeit zwischen Blutabnahme und Erregernachweis beträgt je nach Erreger und Wachstumsrate 48 bis 96 Stunden.

Da die Bakterienart anfangs nicht genau spezifiziert werden kann, wird die Therapie des Patienten zumeist unter Verabreichung von Breitbandantibiotika begonnen. Der Erfolg der Therapie ist durch die unspezifische Gabe von unspezifischen Antibiotika allerdings nicht garantiert, darüber hinaus steigt das Risiko für die Ausbildung multiresistenter Keime.

Im Projekt „Frühe adäquate Sepsis-Therapie mittels Ionenmobilitätsspektrometrie-basierter Diagnostik (Fast-IMS)“ wird ein innovatives Verfahrens zur schnellen Erregeridentifizierung im Blut von Sepsis- Patienten experimentell entwickelt. Die Blutkulturen der Patienten sollen dafür auf Grundlage der so genannten Ionenmobilitätsspektrometrie (IMS) analysiert werden. Mittels der IMS lassen sich flüchtige Stoffwechselprodukte der Mikroorganismen bereits während ihres Wachstums im Nährmedium gaschromatographisch nachweisen. Das Verfahren kann im Gegensatz zur aktuellen Versorgungssituation bereits nach einigen Stunden zum Ergebnis führen, die Analyse selbst dauert nur wenige Minuten.