Fördermaßnahme

Gesundheitsregionen

I. Wettbewerb: Gesundheitsregionen der Zukunft

1. Ziele des Wettbewerbs

In Deutschland ist die Gesundheitswirtschaft noch streng aufgegliedert in Forschung, Entwicklung und Verwertung sowie ihre jeweiligen Sektoren, von der Hausarztpraxis bis hin zur Bio- und Medizintechnik. Der Förderschwerpunkt ″Gesundheitsregion der Zukunft″ soll diese Teilung aufbrechen. Ziele des Wettbewerbs sind zum einen die Erschließung der Innovationspotenziale einer Region im Gesundheitswesen durch Forschung und Entwicklung und zum anderen die nachhaltige Stärkung der regionalen Wertschöpfungsketten in der Gesundheitswirtschaft sowie die Verbesserung der Gesundheitsversorgung durch Steigerung von Qualität und Effizienz von Prozessen im gesamten Bereich der Gesundheitswirtschaft. Gefördert werden Verschränkungsprozesse zwischen Dienstleistungen und Gesundheitsversorgung sowie der Health Care Industrie (Pharmazeutische Industrie, Medizintechnik und Biotechnologie). Ziel ist die nachhaltige regionale Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft. Diese spiegelt sich im Schwerpunkt auch darin wider, dass sich die an einer Region beteiligten Partner (wie z. B. Firmen und Einrichtungen) insgesamt finanziell zur Hälfte beteiligen. In clusterartigen Verbünden sollen die Akteure der Gesundheitswirtschaft prozess- und produktorientierte Innovationen entwickeln. Diese Unterstützung der regionalen Profilbildung soll bundesweit wegweisende Schlüssel zur Erschließung von Innovationen im Gesundheitswesen liefern und aufzeigen, wie sich eine optimale gesundheitswirtschaftliche Gestaltung des deutschen Gesundheitsmarktes am Patienten ausrichtet.

2. Stand der Fördermaßnahme

Der Wettbewerb "Gesundheitsregionen der Zukunft" gliederte sich in zwei Phasen: einer Konzeptentwicklungsphase und einer Realisierungsphase. Zur Konzeptentwicklungsphase wurden im Mai 2008 von 85 eingereichten Antragskizzen 20 Regionen ausgewählt, welche innerhalb von acht Monaten eine Körperschaft bilden, ihr Konzept konkretisieren und Kontakte sowie Kooperationen intensivieren sollten.

Von diesen 20 eingereichten formlosen Anträgen wurden am 14./15. Mai 2009 zwei Anträge zur Förderung in der Realisierungsphase ausgewählt und auf dem Hauptstadtkongress am 27. Mai 2009 bekannt gegeben. Diese beiden Regionen, REGiNA aus Stuttgart/Tübingen und Fontane aus Nordbrandenburg werden mit ihren Vorhaben über vier Jahre mit rund 15 Mio. € gefördert. Die Regionen selber beteiligen sich mit dem gleichen Betrag an der Umsetzung ihrer Konzepte. Beide Gewinnerregionen nahmen im Herbst 2009 mit dem Management ihrer Gesundheitsregionen die Arbeit auf. Die jeweiligen F&E-Projekte folgten schrittweise nach.

Den 18 verbleibenden Regionen wurde von der Jury ein beachtliches Entwicklungspotenzial bescheinigt, weshalb das BMBF sie in einer beschränkten Ausschreibung aufgerufen hatte, ihre Konzepte zu überarbeiten und gegebenenfalls neu auszurichten. Von diesen Konzepten wurden am 19./20. April 2010 weitere drei Regionen ausgewählt, die mit insgesamt rund 22 Mio. € über vier Jahre gefördert werden. Es handelt sich hierbei um das Netzwerk Psychische Gesundheit, kurz psychenet, aus Hamburg, den Verbund HIC@RE aus Greifswald/Rostock und die Metropolregion Rhein-Neckar aus Mannheim/Heidelberg mit dem Projekt INFOPAT. Die Regionen psychenet und HIC@RE haben Ende 2010 mit dem Management begonnen. Die jeweiligen Forschungsprojekte folgten unmittelbar in 2011. Die Metropolregion Rhein-Neckar startete ihr Projekt INFOPAT im Juni 2012.