Fördermaßnahme

Gesundheitsregionen

Eine regional fokussierte Vernetzung aller am Innovationsprozess beteiligten Akteure ist in der Gesundheitswirtschaft von Vorteil. Vor diesem Hintergrund hat das BMBF im Jahr 2009 die Initiative „Gesundheitsregionen der Zukunft“ gestartet.

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2010
Förderzeitraum: 2011 - 2018
Gesamte Fördersumme: bis zu Mio. Euro
Anzahl der Projekte:

Eine Kooperation regionaler Akteure im Gesundheitswesen ist für die Umsetzung innovativer Ansätze von großer Bedeutung. Mit diesem Ziel hatte das BMBF 2009 die Fördermaßnahme „Gesundheitsregionen der Zukunft“ gestartet, die damals in einem zweistufigen Wettbewerb durchgeführt wurde. Die Akteure aus Forschung, Entwicklung und Versorgung sollten über die branchenüblichen fachlichen Schranken und Grenzen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft hinaus regional vereint werden und so zur Profilbildung dieser Gesundheitsregionen beitragen.

Herzinsuffizienz häufigster Grund für stationäre Behandlung

Die „Gesundheitsregion Fontane“ in Nordbrandenburg hatte und hat zum Ziel, die medizinische Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz durch den Einsatz von Telemedizin zu verbessern. Der Bedarf ist groß, denn die chronische Herzinsuffizienz ist eine Volkserkrankung, von der derzeit in Deutschland etwa 1,2 Millionen Patientinnen und Patienten betroffen sind. Laut Deutscher Herzstiftung stellt sie mit fast 400.000 stationären Behandlungen pro Jahr den häufigsten Grund für krankheitsbedingte Krankenhausaufenthalte dar.

Telemedizin verbessert Patientenversorgung

Dass Patientinnen und Patienten unmittelbar nach einem Klinikaufenthalt am meisten von der telemedizinischen Mitbetreuung profitieren, zeigte sich bereits bei einer Studie, die 2010 in Rahmen des Fontane-Projekts am Berliner Universitätsklinikum Charité abgeschlossen wurde. Die Sterblichkeit ging zurück und die Lebensqualität erhöhte sich. Nun wollen Mediziner der Charité gemeinsam mit ihren bundesweit verteilten Kooperationspartnern im Rahmen einer weiteren Studie den Beweis antreten, dass auch langfristig die Zahl der Todesfälle und Krankenhausaufenthalte abnimmt und es den Patientinnen und Patienten besser geht, wenn sie telemedizinisch überwacht werden.

1.500 Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz werden dafür ein Jahr lang beobachtet. Besonders im Fokus steht dabei die Betreuungsqualität von Betroffenen im strukturschwachen ländlichen Raum. Die Hälfte der Patienten erhält Geräte, mit denen sie täglich gemessene Vitaldaten (EKG, Gewicht, Blutdruck) sowie eine Selbsteinschätzung des Wohlbefindens an das Zentrum für kardiovaskuläre Telemedizin (TMZ) der Charité übermitteln können. Die eigens dafür entwickelten Geräte zur Vitaldatenübertragung der Firma Getemed sind 2013 mit dem Deutschen Innovationspreis ausgezeichnet worden. Das Telemedizinzentrum der Charité steht den Patientinnen und Patienten rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche für medizinische Fragen und Notfälle zur Verfügung und ergänzt so die Behandlung durch den Hausarzt oder Kardiologen.