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Harmonisierte Mensch-Maschine Interaktion für Beatmungsgeräte in der Klinik- und Heimbeatmung (simpliVENT)

Durch die Überalterung der Gesellschaft und die Verbreitung respiratorischer Erkrankungen (Bsp. COPD) werden Menschen vermehrt klinisch und außerklinisch beatmet. Die Komplexität von Beatmungsgeräten und ihrer Nutzerschnittstellen steigt kontinuierlich, wobei diese von Anwendern unterschiedlichsten Ausbildungsgrades bedient werden (Bsp. Facharzt, Pflegekraft oder Hausarzt). In allen Teilen der Versorgungskette ist der Einsatz von Beatmungsgeräten sicherheits- und zeitkritisch. Fehlinterpretationen dargestellter Informationen und Fehler bei der Bedienung stellen ein erhebliches Risiko für Patienten dar.

Dieses Projekt adressiert die Entwicklung einer harmonisierten Nutzerschnittstelle für Beatmungsgeräte für das häusliche, pflegerische, und klinische Umfeld. Damit soll das Risiko einer Fehlbedienung oder -interpretation minimiert werden. Ein harmonisiertes Bedienkonzept muss dabei die Nutzer einbinden und deren Erfordernisse hinsichtlich einer optimierten und zielführenden Beatmung identifizieren. In einem interdisziplinären Vorgehen werden Anforderungen von Benutzern unterschiedlicher Qualifikation und mit Blick auf die Bedarfe in der Klinik und Heimanwendung ermittelt. Es werden neuartige Konzeptansätze entworfen und evaluiert, um vielschichtigen Erwartungen und Konventionen (Bsp.: Bezeichnungen für Beatmungsmodi) gerecht zu werden.

Die Patientensicherheit soll auf diese Weise maßgeblich erhöht und die Belastung des medizinischen Personals verringert werden. Die neue Nutzerschnittstelle beinhaltet neue Erklärmodelle und Visualisierungen für Beatmungsmodi, Einstellungen und den Beatmungsverlauf. Dadurch soll der Umgang mit dem medizintechnischen Gerät erleichtert und die Behandlung optimiert werden.

Da die reale Anwendung unter hohem Zeitdruck erfolgt, muss auch die Evaluation der zu entwickelnden Bedienkonzepte innerhalb eines realitätsnahen soziotechnischen Systems stattfinden. Hierbei wird die Versorgungskette in Realräumen mit Patientensimulatoren und qualitativen sowie quantitativen Messverfahren mit Probanden simuliert, die die verschiedenen Bedienergruppen repräsentieren.

Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens werden bei Löwenstein Medical Technology und Salvia die Basis für zukünftige Beatmungsgeräte darstellen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Anforderungen an Ergonomie und Patientensicherheit, stellen die erwarteten Projektergebnisse eine wesentliche Grundlage für die Zukunftsfähigkeit der Produkte und damit den nationalen und internationalen Erfolg der Unternehmen dar.