Verbund

Implantat und minimalinvasive Operationstechnik für die Umstellungsosteotomie bei Kindern (FOMIPU)

Bei einer Hüftdysplasie (Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne) findet der Hüftkopf des Oberschenkels keinen stabilen Halt in der Hüftgelenkpfanne. Das kann dazu führen, dass sich der Oberschenkelknochen verformt. Die damit einhergehende Überlastung des Kniegelenks kann für die Betroffenen zum einen sehr schmerzhaft sein, zum anderen bereits im Kindesalter eine Arthrose (Gelenkverschleiß) verursachen. Um das Gangbild zu verbessern, kann eine korrigierende Operation, eine sogenannte Umstellungsosteotomie, vorgenommen werden. Dabei wird der Schenkelhals chirurgisch durchtrennt, seine Ausrichtung korrigiert und mit einer Knochenplatte fixiert. Jährlich wird diese Operation in Deutschland bei etwa 1.400 Kindern und Jugendlichen zwischen zwei und 16 Jahren durchgeführt.

Das Vorgehen erfordert eine exakte präoperative Planung, eine intraoperative Bildgebung und die postoperative Lageüberprüfung des Knochens mittels Röntgendiagnostik. Neben der Strahlung ist es für die kleinen Patienten sehr belastend, dass für die derzeitigen Implantate und Instrumentarien ein verhältnismäßig großer Operationszugang notwendig ist. Ziel dieses Projekts ist es, eine neuartige minimalinvasive und patientenspezifische Operationstechnik für die Umstellungsosteotomie mit reduzierter Strahlenbelastung zu entwickeln. Dafür soll ein polyaxiales und winkelstabiles Implantat in Verbindung mit einem patientenindividuellen Instrumentarium entwickelt werden. Der Vorteil besteht darin, dass der minimalinvasive Eingriff nur kleine Schnitte erfordert, so dass die Weichteilschädigung wesentlich geringer ausfällt und weniger Schmerzen verursacht, die Operationswunde schneller heilt und die Kinder nach dem Eingriff schneller wieder auf die Beine kommen. Zudem wird aufgrund der neuartigen Ultraschalldarstellung intraoperativ lediglich eine Lageüberprüfung des umgestellten Knochens notwendig sein. Das vereinfacht die Operation und verringert die Strahlenbelastung ganz erheblich. Zusätzlich soll erforscht werden, wie patientenindividuelle Implantate zur Behandlung komplexer Sonderfälle eingesetzt werden können. Die entsprechenden Platten werden mit additiven Fertigungstechnologien individuell hergestellt.

Der Verbundkoordinator wird Markteinführung und Vermarktung der Projektergebnisse im D-A-CH-Raum vorantreiben. Darüber hinaus strebt er eine weltweite Vermarktung durch etablierte Distributoren an.