Fördermaßnahme

Individualisierte Medizintechnik

Individuell auf die Patientinnen und Patienten zugeschnittene Therapien sind gefragt. Mit der Förderrichtlinie „Individualisierte Medizintechnik“ leistet das BMBF einen aktiven Beitrag zur medizintechnischen Forschung und Entwicklung in diesem Zukunftsfeld.

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2016
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Gesamte Fördersumme:
Anzahl der Projekte:

So einzigartig Menschen sind, so unterschiedlich reagieren sie auf medizinische Behandlungen. In der sogenannten individualisierten oder personalisierten Medizin sollen diese Unterschiede erfasst und in der Therapie und Prognose von Erkrankungen berücksichtigt werden. Diese maßgeschneiderte Medizin soll die Gabe unpassender Medikamente vermeiden helfen sowie Nebenwirkungen und Behandlungskosten reduzieren. Das BMBF fördert diesen relativ jungen Zweig der Medizin auf verschiedenen Ebenen. Im Aktionsplan „Individualisierte Medizin“ bündelt das Ministerium solche Initiativen, die gleichermaßen neue Perspektiven in der Behandlung von Patienten und für Innovationen in der Gesundheitswirtschaft eröffnen.

Mit der Förderrichtlinie „Individualisierte Medizintechnik“ will das BMBF Impulse für die Entwicklung von bedarfsgerechten Innovationen setzen, die stärker als bisher auf die einzelne Patientin, den einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Denn für eine Medizin, die die Patienten als Individuen betrachtet, werden individualisierte Medizinprodukte und Methoden für Diagnose, Therapie und Nachsorge benötigt. Dazu gehören individualisierte Computer-assistierte chirurgische Eingriffe, IT-basierte Assistenzsysteme für Diagnostik und Therapie, Feedback-gekoppelte aktive Implantate, implantierbare Sensoren oder auch Endoprothesen, die mit einer individuellen, für den Patienten ausgewählten Arzneimittel-Kombination beschichtet sind. Sie sollen das medizinische Personal bei der Entscheidung für eine Therapie oder bei der Behandlung unterstützen und für die Patienten weniger Nebenwirkungen oder Komplikationen mit sich bringen.

Treiber der Individualisierung sind Big Data und die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung. Nie zuvor wurden in der Medizin so viele Daten erhoben und verarbeitet. So wird es zum Beispiel möglich, anatomische Verhältnisse exakt nachzubilden, wie dies im Förderprojekt „Smart-Scar-Care“ (Individualisierte 3D-Kompressionstextilien zur Narbentherapie) geschieht. Im Rahmen des Projektes sollen individualisierte Kompressionstextilien für Verbrennungsopfer entwickelt werden. Um Kompressionstextilien möglichst genau anpassen zu können, werden die Patientinnen und Patienten derzeit aufwendig per Hand und Maßband vermessen. Smart-Scar-Care will dafür 3D-Scan-Informationen nutzen. Das geht schneller und ohne direkte Berührung der versehrten Haut, stellt für die Patienten also eine geringere Belastung dar.