Verbund

Individualisiertes Mittelohrimplantat zur ambulanten Implantation (IMAI)

Schwerhörigkeit führt zu eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit und oft zu sozialer Isola­tion. Mit herkömmlichen Hörgeräten, welche den Schall in den Gehörgang leiten, sind viele Patienten unzufrieden, denn die audiologischen Eigenschaften sind oft unzureichend. Zudem werden die Träger solcher Hörgeräte häufig stigmatisiert.

Mit implantierbaren Hörgeräten, welche den Schall mechanisch ins Hörorgan einbringen, können hörgeschädigte Menschen dagegen ihre Umwelt deutlich besser wahrnehmen und damit selbständiger und aktiver am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Allerdings ist diese Therapieoption im Vergleich zu herkömmlichen Hörgeräten sehr aufwendig und kosteninten­siv, denn die dafür notwendigen Geräte müssen in HNO-Spezialkliniken implantiert werden.

Im Rahmen dieses Projekts sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit zukünftig signifikant mehr Patienten bei vertretbaren Kosten von den audiologischen Vorteilen eines implantierbaren Hörgeräts profitieren können. Der Schlüssel dazu ist eine Vereinfachung der Konfiguration und damit der Implantation der Hörgeräte, so dass diese ambulant in jeder herkömmlichen HNO-Praxis durchgeführt werden kann. Hierzu werden neuartige Planungs­werkzeuge, patientenindividuelle Komponenten und eine cloud-basierte Softwareplattform für die Abstimmung der Hörgerätekonfiguration auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten erforscht und erprobt.

Das neuartige Planungstool ermöglicht die patientenindividuelle Ge­staltung des notwendigen Befestigungselementes. Durch die cloud-basierte Software zur Anpassung des Implantates an die Patientengegebenheiten und -bedürfnisse ergibt sich gegenüber der heutigen Technik eine deutliche Reduzierung des postoperativen Aufwandes. Beide Aspekte adressieren die zukünftige Möglichkeit der ambulanten Implantation, eine zwingende Notwendigkeit für eine Verbreitung dieser Therapieform.