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Individuelle Herzunterstützung für die optimale Behandlung von Herzinsuffizienzpatienten (inHeart)

Eine schnelle und wirksame Therapie der akuten oder akut dekompensierten Herzinsuffizienz (d.h. verminderte Pumpfunktion des Herzens) und insbesondere des akuten Herzinfarkts ist essentiell. Hierfür werden immer häufiger katheterbasierte Herzunterstützungssysteme eingesetzt. Diese miniaturisierten Pumpen unterstützen das Herz in seiner Funktion. Bislang wird der optimale Therapie-Einsatz derartiger Pump-Systeme nur von wenigen Experten beherrscht.

Im InHeart-Projekt wird ein in die Informationssysteme der Klinik integriertes Therapiesystem entwickelt, das den Ärzten bei der Behandlung von Patienten mit Herzunterstützungssystemen zur Seite steht. Dafür verwendet das System die Vitalparameter und Therapieverlaufsdaten der Patienten, sowie aktuelle Parameter des Pumpenbetriebes, um dem Klinikpersonal eine patientenindividuelle Steuerung für eine optimale Versorgung vorzuschlagen. Im Rahmen des inHeart-Projekts wird das Behandlungssystem in der Uniklinik Essen und in den Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach unter strenger ärztlicher Überwachung erprobt.

Die Zahl der an Herzinsuffizienz erkrankten Patienten liegt in Deutschland bei 7 pro 1.000 Einwohner. Im Jahr 2013 wurden allein in Deutschland 400.000 Menschen mit Herzinsuffizienz in Krankenhäusern behandelt, wovon über 200.000 Patienten einen akuten Herzinfarkt erlitten haben (Statistisches Bundesamt). Die Behandlung von bis zu 10% dieser Patienten mit Herzunterstützungssystemen erscheint sinnvoll, was allerdings nicht ausschließlich durch die spezialisierten Zentren geleistet werden kann. Durch das inHeart-Behandlungssystem soll eine individuell zugeschnittene Therapie für eine größere Anzahl von Patienten zugänglich gemacht und die Qualität der Therapie insgesamt ohne Kostenerhöhung verbessert werden.