Verbund

InflASD - Physiologische und molekulare Folgen einer Entzündungsepisode auf den Schweregrad Shank3-basierter ASD-Phänotypen im Maus- und hPSC-Modell

Die Autismus-Spektrum-Störung (ASD) ist eine genetisch heterogene neurologische Entwicklungsstörung. ASD ist durch Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie durch sich wiederholende und stereotype Verhaltensmuster gekennzeichnet. Der Schweregrad ist selbst bei ähnlichen genetischen Mutationen sehr variabel. Auch Entzündungsreaktionen können bei bestimmten Personen ASD-bezogene Symptome auslösen. Die beobachtete Heterogenität des Erscheinungsbildes der ASD könnte die Folge eines Zusammenspiels von genetischen und Umweltfaktoren sein.

Im Verbund InflASD sollen die Auswirkungen entzündlicher Veränderungen auf den Schweregrad des ASD-Erscheinungsbildes untersucht werden. Die Untersuchungen konzentrieren sich insbesondere auf Mutationen in einem bestimmten Gen (Shank3-Gen).

Der Verbund InflASD ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst jeweils eine Forschungsgruppe aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Italien. Die Forschungsgruppe des Universitätsklinikums Bonn wird Auswirkungen von Entzündungsreizen auf die Informationsübertragung zwischen Nervenzellen untersuchen.

Die Ergebnisse des Projektes können dazu beitragen, neue Strategien zur Behandlung von ASD zu finden, die mit Entzündungsreaktionen in Zusammenhang stehen.

Teilprojekte

Physiologische und molekulare Folgen einer Entzündungsepisode auf den Schweregrad Shank3-basierter ASD-Phänotypen im Maus- und hPSC-Modell

Förderkennzeichen: 01EW2207
Gesamte Fördersumme: 301.065 EUR
Förderzeitraum: 2022 - 2025
Projektleitung: Prof. Dr. Oliver Brüstle
Adresse: Universitätsklinikum Bonn, Institut für Rekonstruktive Neurobiologie
Venusberg-Campus 1
53127 Bonn

Physiologische und molekulare Folgen einer Entzündungsepisode auf den Schweregrad Shank3-basierter ASD-Phänotypen im Maus- und hPSC-Modell

Die Autismus-Spektrum-Störung (ASD) ist eine genetisch heterogene neurologische Entwicklungsstörung mit einer geschätzten Prävalenz von 1 % in der kindlichen Bevölkerung. ASD ist gekennzeichnet durch Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion sowie der Kommunikation, begleitet von einem repetitiven und restriktiven Verhaltensmuster, das in der Regel in den ersten drei Lebensjahren diagnostiziert wird. Interessanterweise ist der Schweregrad des Phänotyps selbst bei ähnlichen Mutationen sehr variabel. Aus der klinischen Praxis wurde vielfach berichtet, dass Fieber oder andere Entzündungsreaktionen bei bestimmten Personen ASD-bezogene Symptome auslösen. Diese Befunde deuten darauf hin, dass die beobachtete Heterogenität der Phänotypen die Folge eines Zusammenspiels von genetischen und Umweltfaktoren sein könnte (double-hit). Basierend auf dieser double-hit Hypothese wird das Projekt InflASD die Auswirkungen entzündlicher Veränderungen auf die synaptische Funktion untersuchen, die in Shank3-basierten ASD-Modellen beobachtet werden. Hierfür werden Experimente an Mausmodellen durchgeführt sowie an humanen pluripotenten Stammzellen (hPSZ), welche in Neurone und in Mikrogliazellen differenziert werden. Das konkrete Ziel des Konsortiums ist es, die Auswirkungen entzündlicher Veränderungen auf den Schweregrad von Shank3-induzierten Phänotypen zu verstehen und mögliche therapeutische Interventionen zu ergründen. Partner 2 wird hierfür hPSZ-abgeleitete standardisierte menschliche neuronale Netzwerke sowie Mikrogliazellen herstellen, um daran Auswirkungen von Entzündungsreizen auf die synaptische Funktion zu untersuchen.