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Innovatives Neonatologiebeatmungsgerät mit adapti-ver Anwenderunterstützung (NANNI)

Frühgeborene und Neugeborene mit pathologischer Lungenfunktion werden oft mit Hilfe von Intensivbeatmungsgeräten therapiert. Da die medizinische Verfassung eines Früh- oder Neugeborenen schnell variieren kann, beispielsweise durch eine plötzliche Veränderung der Arbeitsweise der Lunge, ist eine invasive Beatmung häufig mit der latenten Gefahr akuter und bleibender Lungenschädigungen sowie Störungen der neurokognitiven Entwicklung verbunden.

Damit beispielsweise auf mögliche Sauerstoffabfälle der Lunge ohne möglichen Zeitverlust reagiert werden kann, wurden in der Vergangenheit Automatismen für Beatmungsgeräte entwickelt, wie beispielsweise CLAC (closed loop automatic oxygen control) oder VTV (volume targeted ventilation), die Beatmungsparameter wie Sauerstoffkonzentration  und Druck  in gewissen Umfang an die Bedürfnisse und physiologischen Veränderungen des Kindes anpassen können. Trotzdem müssen verschiedene Beatmungsparameter durch das Personal regelmäßig nachjustiert werden, weshalb die jungen Patienten fortlaufend von Pflegepersonal versorgt werden müssen.

Ziel des hier beschriebenen Vorhabens ist die Entwicklung eines neuartigen, automatisierten Beatmungssystems für Frühgeborene, das sowohl beatmungsassoziierte Komplikationen als auch den Therapieaufwand deutlich verringert. Dabei sollen die o. g. Automatismen wesentlich erweitert werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der CO2 – Partialdruck im Blut, der ähnlich wie der Sauerstoffpartialdruck, in einem konstanten Bereich gehalten wird. Zudem soll eine neu zu entwickelnde Sensorik die Beatmungsqualität insgesamt verbessern und Schlussfolgerungen auf die physiologische Verfassung des Neugeborenen zulassen.