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Intrakranielles Druckmanagement-System (iCaPS)

Ein erhöhter Hirndruck zum Beispiel als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas, eines Schlaganfalls oder einer Hirnblutung führt häufig zu lebensbedrohlichen Situationen. Steigt der Hirndruck über einen kritischen Wert führt die entstehende reduzierte Hirndurchblutung zum Sauerstoffmangel oder zum Absterben von Nervengewebsfasern und damit zur Schädigung des Gehirns, im schlimmsten Fall zum Tod des Patienten. Typischerweise wird bei rund 20 Prozent der Patienten mit einer Kopfverletzung ein erhöhter Hirndruck festgestellt.

Die Hirndrucküberwachung wird als einzige effektive Möglichkeit angesehen, die Schwere und Bedrohlichkeit einer Hirnschädigung zu diagnostizieren. Die auf dem Markt erhältlichen, von außen durch die Haut in den Kopf gelegten, kabelgebundenen Drucksensoren sind aufgrund der Infektionsgefahr ausschließlich für Kurzzeitanwendungen geeignet. Verfügbare vollständig implantierbare Hirndrucksensoren weisen zwar eine geringe Infektionsrate auf, sind jedoch aufgrund der geringen Langzeitstabilität und beschränkten Benutzerfreundlichkeit für eine effiziente Diagnose und Therapieanpassung durch den Arzt ungeeignet.

Im vorliegenden Projekt soll ein System entwickelt werden, das aus einem langzeitstabilen Hirndrucksensor und einer Kopfantenne zum kabellosen Transfer der Messdaten geeignet ist. Die Daten sollen an ein Smartphone gesendet werden können und damit sowohl dem Patienten als auch dem Arzt kontinuierlich zur Verfügung stehen. Ein solches System wird einen wichtigen Innovationssprung in der Diagnose, Therapie und Nachsorge bei Patienten mit erhöhten Hirndrücken darstellen. Dem behandelnden Arzt steht eine optimale Datenlage für die Auswahl und Anpassung der bestmöglichen Therapie zur Verfügung.

Das zu entwickelnde Medizinprodukt iCaPS bietet das Potenzial, die gesamte Versorgungskette bei Patienten, die unter einem erhöhten Hirndruck leiden zu revolutionieren und den Nutzen für den einzelnen Patienten signifikant zu erhöhen.