Fördermaßnahme

JPI AMR 2019 - 2022

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2018, 2019
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Gesamte Fördersumme: bis zu 4,9 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 8 transnationale Verbünde mit deutscher Beteiligung und vier Einzelvorhaben, insgesamt 13 Zuwendungen

Die „Joint Programming Initiativen“ (JPI) sind von den EU-Mitgliedsstaaten ins Leben gerufene und getragene Maßnahmen. Diese sind thematisch auf die globalen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte fokussiert. Mit Gründung der Initiative im Jahr 2008 wurden insgesamt zehn JPI ins Leben gerufen. Die JPI zu antimikrobiellen Resistenzen (JPIAMR) wurde in diesem Zusammenhang 2011 etabliert.

Sie hat zum Ziel, Aktivitäten der Mitgliedstaaten sowie nationale Forschungsförderung zum Thema antimikrobielle oder Antibiotikaresistenz zu koordinieren, um einen Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderungen zu leisten. Zunehmende Antibiotikaresistenzen bedrohen Wachstum und Entwicklung sowohl von Industrienationen als von Entwicklungsländern und gefährden die Krankenversorgung und Routineoperationen. Ein sachgemäßer Einsatz von Antibiotika in Human- und Tiermedizin sowie der Landwirtschaft ist neben Infektionsprävention und der Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze erforderlich. Durch gemeinsame, transnationale Förderinitiativen sollen insbesondere Lücken zwischen Wissenschaftlern und weiteren Akteuren (z. B. Industrie, Gesundheitssysteme, Politik) geschlossen werden, um u.a. neue Forschungsergebnisse zu generieren und diese in die Anwendung zu führen. Derzeit nehmen 27 Mitgliedsstaaten bzw. assoziierte Staaten an der Initiative teil.

Gefördert werden transnationale Verbünde oder Netzwerke, an denen Arbeitsgruppen aus mindestens drei Ländern beteiligt sind. Die an der Bekanntmachung beteiligten Länder fördern hierbei die eigenen Arbeitsgruppen innerhalb eines Verbundes. Die einzelnen Verbünde und Netzwerke forschen an themenspezifischen Fragestellungen. Dabei werden nur Verbünde gefördert, bei denen ein Mehrwert durch die internationale Zusammenarbeit klar erkennbar ist. In jedem Verbund wird das einschlägige Potenzial an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen und Institutionen zusammengeführt.

2019 startete die Förderung für drei Bekanntmachungen:

Richtlinie zur Förderung von transnationalen Forschungsprojekten zu Innovationen gegen antibiotikaresistente Bakterien: Neue Targets, Wirkstoffe und Werkzeuge; Grundlagen- und translationale Forschung mit Ausnahme klinischer Studien innerhalb der Joint Programming Initiative "JPIAMR"

JPIAMR Network Call on Surveillance 2018 (keine gesonderte deutsche Bekanntmachung)

Building the Foundation of the JPIAMR Virtual Research Institute (keine gesonderte deutsche Bekanntmachung)

Einzelprojekte

Netzwerk TRANSLOCATION-transfer

Förderkennzeichen: 01KI1828
Gesamte Fördersumme: 49.750 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Mathias Winterhalter
Adresse: Jacobs University Bremen gGmbH, Life Sciences & Chemistry
Campus Ring 1
28759 Bremen

Netzwerk TRANSLOCATION-transfer

Die Entdeckung und Entwicklung neuer Medikamente zur Bekämpfung multiresistenter Organismen ist dringend erforderlich. Die Suche nach neuen Medikamenten ist umständlich, zumal das aktuelle Geschäftsmodell für Antibiotika in der Pharmaindustrie aufgrund des schlechten Return-of-Investment ins Stocken geraten ist. Als Reaktion auf den Rückzug der Pharmaindustrie aus dem Frühstadium der Antibiotikaentwicklung haben sich mehrere öffentliche Einrichtungen oder Förderer, darunter das JPIAMR und IMI ND4BBB bemüht, die Lücke zu schließen. In diesem Projekt wird ein Wissenschaftsnetzwerk, Translocation-transfer (TT), aufgebaut, das vornehmlich Experten aus zwei großen öffentlich geförderten Programmen zusammenbringt. Ziel ist es, die kürzlich gewonnenen Erkenntnisse über die Antibiotikaaufnahme in Bakterien in die Antibiotikaentwicklung einzubringen. Das TT-Netzwerk besteht aus drei Interessengruppen: 1) die Partner, die mit dem multinationalen Programm Translocation (www.translocation.eu), Teil von IMI ND4BB, verbunden sind; 2) Partnerstandorte von EU-OPENSCREEN, der Europäischen Forschungsinfrastruktur für chemische Biologie und Screening (www.eu-openscreen.eu) und 3) Partner aus der breiteren globalen Gemeinschaft, die sich mit AMR-Fragen und Forschung befassen. "IMI-Translocation" (1/2013-6/2018) war eines der größten Antibiotika-Forschungsprogramme der Welt, das sich speziell dem Verständnis und der Erforschung von Möglichkeiten zur Steigerung der Antibiotika-Penetration in Bakterien widmete. Das Projekt "EU-OPENSCREEN" startete im April 2018 und wird ab 2019 jährlich rund 50 Projekte in den Bereichen chemische Biologie und akademische Wirkstoffforschung über ein Netzwerk von 25 Screening-Einrichtungen in acht europäischen Ländern im Auftrag von Anwendern aus ganz Europa durchführen. Es wird erwartet, dass mindestens 20 % der EU-OPENSCREEN-Projekte ein Element der Entdeckung von Antibiotika beinhalten werden.