Fördermaßnahme

JPI AMR

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2016
Förderzeitraum: 2016 - 2020
Gesamte Fördersumme: bis zu 5,5 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 12 transnationale Verbünde mit deutscher Beteiligung und ein Einzelvorhaben, insgesamt 18 Zuwendungen

Die „Joint Programming Initiativen“ (JPI) sind von den EU-Mitgliedsstaaten ins Leben gerufene und getragene Maßnahmen. Diese sind thematisch auf die globalen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte fokussiert. Mit Gründung der Initiative im Jahr 2008 wurden insgesamt zehn JPI ins Leben gerufen. Die JPI zu antimikrobiellen Resistenzen (JPIAMR) wurde in diesem Zusammenhang 2011 etabliert.

Sie hat zum Ziel, Aktivitäten der Mitgliedstaaten sowie nationale Forschungsförderung zum Thema antimikrobielle oder Antibiotikaresistenz zu koordinieren, um einen Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderungen zu leisten. Zunehmende Antibiotikaresistenzen bedrohen Wachstum und Entwicklung sowohl von Industrienationen als von Entwicklungsländern und gefährden die Krankenversorgung und Routineoperationen. Ein sachgemäßer Einsatz von Antibiotika in Human- und Tiermedizin sowie der Landwirtschaft ist neben Infektionsprävention und der Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze erforderlich. Durch gemeinsame, transnationale Förderinitiativen sollen insbesondere Lücken zwischen Wissenschaftlern und weiteren Akteuren (z. B. Industrie, Gesundheitssysteme, Politik) geschlossen werden, um u.a. neue Forschungsergebnisse zu generieren und diese in die Anwendung zu führen. Derzeit nehmen 23 Mitgliedsstaaten bzw. assoziierte Staaten an der Initiative teil: Argentinien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Israel, Irland, Japan, Kanada, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechische Republik, Türkei und Vereinigtes Königreich.

Gefördert werden transnationale Verbünde, an denen Arbeitsgruppen aus mindestens drei Ländern beteiligt sind. Die an der Bekanntmachung beteiligten Länder fördern hierbei die eigenen Arbeitsgruppen innerhalb eines Verbundes. Die einzelnen Verbünde forschen an themenspezifischen Fragestellungen. Dabei werden nur Verbünde gefördert, bei denen ein Mehrwert durch die internationale Zusammenarbeit klar erkennbar ist. In jedem Verbund wird das einschlägige Potenzial an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen und Institutionen zusammengeführt.

Einzelprojekte

ARMIS: Interventionsstrategien für antibiotikaresistenz-belastete Gülle

Förderkennzeichen: 01KI1733
Gesamte Fördersumme: 294.703 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Peter Kämpfer
Adresse: Justus-Liebig-Universität Gießen, FB 09 - Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement, Institut für Angewandte Mikrobiologie
Heinrich-Buff-Ring 26 - 32
35392 Gießen

ARMIS: Interventionsstrategien für antibiotikaresistenz-belastete Gülle

Das primäre Ziel des Projektes ARMIS ist es, das Risiko der Exposition von antimikrobiellen Resistenzkomponenten (Bakterien, Resistenzgenen und Substanzrückständen) aus Gülle als Funktion der Effizienz von Gülle-Behandlungsanlagen zu erfassen. Hauptfokus des deutschen Teilprojektes ist dabei die Betrachtung der Effizienz von Gülle-verwertenden Biogasanlagen deutscher landwirtschaftlicher Betriebe hinsichtlich der Elimination von antimikrobiellen Resistenzdeterminanten. Hierbei sollen ESBL tragende E. coli, Carbapemenase-produzierende Enterobacteriaceae (KPC), Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) kultiviert und eingehend charakterisiert werden. Zusätzlich werden kultivierungs-unabhängige molekularbiologische Untersuchungen zur quantitativen und qualitativen Erfassung vorhandener Antibiotikaresistenzen durchgeführt. Ein spezifischer Fokus des deutschen Teilprojektes ist die Erfassung resistenztragender Persister-Zellen und lebender aber nicht kultivierbarer Zellen ("viable but non culturable cells, VBNCs"). Gründe für das Überleben resistenter Bakterien und das Risikopotenzial der freigesetzten antimikrobiellen Resistenzdeterminanten werden im Rahmen dieses Projektes erfasst und beurteilt.

Abgeschlossen

Verbreitung von antibiotika-resistenten Bakterien durch Fliegen

Förderkennzeichen: 01KI1711
Gesamte Fördersumme: 43.224 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2017
Projektleitung: Dr. Frieder Schaumburg
Adresse: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Medizinische Fakultät, Institut für Medizinische Mikrobiologie
Domagkstr. 10
48149 Münster

Verbreitung von antibiotika-resistenten Bakterien durch Fliegen

Antibiotika-resistente Erreger werden in der Regel durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch oder aus der Umgebung auf den Menschen übertragen. Dies kann im Krankenhaus oder im normalen Alltag geschehen. Obwohl bekannt ist, dass Fliegen Durchfallerreger auf den Menschen übertragen können, wurde bisher nicht untersucht, ob sie auch zur Verbreitung von antibiotika-resistenten Bakterien beitragen. Somit ist das Thema dieses Projektes genau an der Schnittstelle zwischen Mensch, Tier und Umwelt und ein Beispiel für den sogenannten "one health" Ansatz.