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Laser-assistierte Neuroprotektion des Hör- und Gleichgewichtsorgans (LasEP)

Die Anzahl der Sinneszellen im Hör- und Gleichgewichtsorgan nimmt im Alter exponentiell ab. Dies führt zu einer Schwerhörigkeit und bei einigen Patienten auch zu einer reduzierten Gleichgewichtskontrolle und damit zu erhöhter Sturzgefahr. Es konnte wissenschaftlich belegt werden, dass die Anwendung von Laserenergie diesem Verlust von Sinneszellen entgegenwirkt und somit erhaltend wirken kann.

Im vorgelegten Projekt wird ein Laser in bestehende Technologien aus dem Bereich der Audiologie integriert. Das geplante Medizinprodukt ähnelt weitgehend Geräten der modernsten Hörgerätegeneration, es ist aber um die Applikation der Laserenergie und auch um externe Sensorik erweitert. So kann abhängig von den Gegebenheiten (Lautstärke und Körperbalance) die erforderliche Laserenergie zugeführt werden. Durch die Laserenergie soll zugleich der Sekundärschaden an den Synapsen und Hörnervenzellen, der dem Verlust der Haarsinneszellen folgt, verhindert werden, so dass für den älteren Patienten einer weiteren Verschlechterung der Hörleistung entgegengewirkt wird.

37 Prozent aller Menschen über dem 60. Lebensjahr sind als schwerhörig einzustufen, nur 15 Prozent tragen eine Hörhilfe. Die Folgen dieser Schwerhörigkeit sind vielfältig und können bis zu einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Erwerbsleben führen. Wesentlicher Grund für die Unzufriedenheit mit der Versorgung durch ein Hörgerät ist in vielen Fällen das rapide Voranschreiten der Hörschwäche. Durch den stetigen Verlust weiterer sensorischer Zellen, die den Hörnerv ansteuern, hört der Schwerhörige auch mit optimal eingestelltem Hörgerät schon nach kurzer Zeit nicht mehr ausreichend. Hochgradig, an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit tritt bei 21 Prozent aller Menschen über dem 70. Lebensjahr auf. Der neuartige Ansatz zielt darauf ab, diese Quote zu verringern.