Verbund

LIPCAR

Erkrankungen des Herzens wie z. B. Herzinsuffizienz zählen zu den bedeutendsten Gesundheits- und sozioökonomischen Herausforderungen Europas. Trotz Behandlung nach den aktuellen Leitlinien ist die Krankheitslast und Sterblichkeitsrate für Herzinsuffizienz sehr hoch. Deshalb besteht ein dringender Bedarf nach neuen prognostischen und diagnostischen Biomarkern, die eine Einteilung der Patientinnen und Patienten in Subgruppen und darauf angepasste, verbesserte Therapien erlauben.

Das transnationale Konsortium LIPCAR-HF erforscht die lange, nicht-kodierende Ribonukleinsäure LIPCAR. Es konnte bereits gezeigt werden, dass sich LIPCAR als Marker für das Auftreten eines bestimmten Subtyps von Herzinsuffizienz, der Herzinsuffizienz mit eingeschränktem Ausstoß des Blutes aus einer Herzkammer, eignet. Nun soll untersucht werden, ob sie sich auch als Marker für Herzinsuffizienz mit nur gering eingeschränkter Ausstoßfunktion eignet. Zusätzlich wird erforscht, ob der LIPCAR Spiegel im Vergleich zu oder in Kombination mit anderen Biomarkern zu einer verbesserten molekularen Einordnung der Erkrankten beitragen kann. So könnten beispielsweise Hoch-Risiko-Personen identifiziert werden. Lange nicht-kodierende Ribonukleinsäuren könnten zukünftig eine Grundlage für neue diagnostische und prognostische Ansätze bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

Das Vorhaben ist ein Teil des transnationalen Verbunds „LIPCAR-HF“ mit einem französischen, deutschen, italienischen, spanischen und polnischen Partner. Dieser wird durch den französischen Partner koordiniert. Mit der Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, sich ergänzende Expertisen und Ressourcen von einschlägig qualifizierten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Ländern zusammenzuführen. Durch kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei Prävention, Diagnose und Therapie von kardiovaskulären Erkrankungen erzielt werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind.

Teilprojekte

LIPCAR - ein prognostischer Marker bei Herzinsuffizienz

Förderkennzeichen: 01KL1705
Gesamte Fördersumme: 288.613 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Thomas Thum
Adresse: Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien (IMTTS)
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

LIPCAR - ein prognostischer Marker bei Herzinsuffizienz

Neben der Ko-Koordination des Gesamtprojektes, liegen die Aufgaben der Medizinischen Hochschule Hannover in der Analyse von LIPCAR Plasma Spiegeln, sowie in der molekularen Phänotypisierung in/von Patientinnen und Patienten mit Herzversagen und einer reduzierten bzw. nur gering eingeschränkten Ejektionsfraktion, sowie gesunden Kontrollprobanden. Um die Reliabilität des Biomarkers LIPCAR bei der Identifikation von Patienten mit erhöhtem Risiko für Herzinsuffizienz und/oder terminalen Herzversagen zu definieren, wird LIPCAR bei Patienten mit reduzierter Ejektionsfraktion (EF<40%), sowie nur gering eingeschränkten Ejektionsfraktion (EF 40-49%) bestimmt. Diese Messungen erfolgen in umfassenden europäischen Kohorten mit verschiedenen, komplementären Charakteristiken. Zusätzlich soll untersucht werden, ob der LIPCAR Spiegel eine weitere Stratifizierung hinsichtlich verschiedener Stadien und Ätiologien der Herzinsuffizienz, sowie hinsichtlich verschiedener Zeitpunkte nach klinischer Evaluierung erlaubt. Über diese Messungen und Analysen hinaus, wird LIPCAR in Kombination oder im Vergleich zu Biomarkern für myokardiale Fibrose bewertet. Im Speziellen wird hier LIPCAR in Kombination mit niedrigen CITP (carboxy-terminal telopeptide of collagen type I): MMP1 (Metalloproteinase 1) Verhältnis und hohem PICP (Prokollagen-I-carboxyterminales Propeptid) Serum-Konzentrationen in den obengenannten Kohorten bestimmt. Dies soll klären, ob diese Kombinationen in Patienten mit Herzversagen und einer reduzierten bzw. nur gering eingeschränkten Ejektionsfraktion einen Mehrwert für diese beiden Biomarker (CITP:MMP1 und PICP) darstellen.