Verbund

MADGIC

Die Alzheimer-Erkrankung ist die häufigste neurodegenerative Erkrankung. Sie beruht auf Veränderungen im Gehirn, die zum Absterben von Nervenzellen führen. Die genauen Krankheitsmechanismen sind jedoch noch unzureichend verstanden. Im transnationalen Forschungsvorhaben MADGIC werden verbesserte Zellkulturmodelle entwickelt und in Mausmodelle transplantiert. Dafür werden Stammzellen verwendet, die aus Körperzellen erwachsener Menschen generiert werden, sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (IPS). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen dabei die Rolle des Immunsystems und den Einfluss unterschiedlicher Risikofaktoren, wie zum Beispiel Altern und Durchblutungsstörungen sowie genetische Faktoren. Ziel ist es, die Merkmale der Erkrankung genau zu analysieren, um herauszufinden, wie die Alzheimer-Erkrankung möglichst früh erkannt werden kann. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Teilprojekte

Herstellung verbesserter zellulärer und tierischer Modelle zur Identifizierung von Krankheitsmerkmalen und therapeutischen Angriffspunkten bei der Alzheimer-Krankheit

Förderkennzeichen: 01ED1611
Gesamte Fördersumme: 326.934 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Heneka
Adresse: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V., Standort Uniklinik Bonn
Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Herstellung verbesserter zellulärer und tierischer Modelle zur Identifizierung von Krankheitsmerkmalen und therapeutischen Angriffspunkten bei der Alzheimer-Krankheit

Im Projekt sollen verbesserte zelluläre Modelle der Alzheimer Krankheit auf der Basis humaner Zellkulturen etabliert werden. Angestrebt wird die Herstellung von Patienten-abgeleiteten Zellkulturen durch Reprogrammierungstechnologien und deren Untersuchung in 3D-Zellkulturansätzen. Ein weiteres Ziel ist es, diese Zellen in Wildtyp- und Alzheimer-relevante Mausmodelle zu transplantieren. Dieser Ansatz wird verfolgt, um die unterschiedlichen Beiträge neuronaler und glialer Zellen zur Krankheitsentstehung zu analysieren und neuronal-intrinsische von extrinsischen Mechanismen zu differenzieren. Insbesondere soll so auch eine Rolle der Neuroinflammation für das Voranschreiten relevanter Krankheitsmechanismen aufgeschlüsselt werden. Unterschiedliche Faktoren, die das Risiko eine Alzheimer Krankheit zu entwickeln fördern (altern, Ischämie, systemische Entzündung, oxidativer Stress), werden ebenso wie genetische Faktoren untersucht werden. Moderne Untersuchungtechniken einschließlich der Kernspintomographie und fortschrittlicher Mikroskopieverfahren werden eingesetzt, um diese aufwendigen Modellansätze möglichst präzise zu untersuchen. In einem translationalen Ansatz sollen Biomarker der frühen Krankheitsentwicklung zu identifiziert werden. Ein weiteres Ziel ist die Isolierung einzelner molekularer Mechanismen, die für die Entwicklung therapeutischer Ansätze nutzbar sind.