Verbund

Mobiles System zur notfallmedizinischen Diagnose und Überwachung des Pneumothorax (IMPACT)

Verletzungen des Thorax (Brustkorbs) sind eine der häufigsten Folgen von Verkehrs-, Sport- und Freizeitunfällen in Deutschland. Durch innere Verletzungen der Lunge oder eine verletzte offene Brustwand kann ein traumatischer Pneumothorax (krankhafte Luftansammlung im Brustkorb) entstehen. Der Pneumothorax führt zu einem Kollabieren der Lungenflügel und damit zu einer unzureichenden Atemfunktion der Lunge. Laut TraumaRegister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie sind ein Viertel der Todesfälle bei schwerverletzten Unfallpatienten auf Pneumothoraces zurückzuführen.

Zur Therapie eines Pneumothorax muss der Notfallmediziner eine Thoraxdrainage anlegen. Die Drainage entlüftet den Pleuraspalt (Raum zwischen der Lungenoberfläche und dem Rippenfell) und stellt so dessen physiologischen Unterdruck und die Atemfunktion wieder her. Medizinische Studien legen nah, dass 24 Prozent der im Notfall angelegten Thoraxdrainagen nicht notwendig waren und 50 Prozent der Drainagen nicht das gewünschte Ergebnis erzielten. Ursache für diese Ineffizienz sind fehlende mobile Diagnose- und Überwachungsmöglichkeiten am Unfallort. Schwere Infektionen oder innere Blutungen können Folgen der The-rapiedefizite sein.

Ziel des Verbundprojektes IMPACT ist es, ein mobiles diagnostisches Verfahren zu entwi-ckeln, um Ausprägung, Lage und Form des Pneumothorax zuverlässig detektieren und effizient therapieren zu können. Als geeignetes Verfahren ist die nicht-invasive Elektro-Impedanz-Tomographie (EIT) identifiziert worden. Die EIT nutzt spezielle Elektroden, die um den Brustkorb des Patienten platziert werden und kann Aussagen zur Ausdehnung, Ventilation und Funktion der Lunge treffen.

Auf Basis der EIT-Technologie soll das weltweit erste mobile System für den notfallmedizini-schen Einsatz zur Überwachung von Pneumothoraces entwickelt werden. Zuverlässige Pneumothorax-Diagnosen gewährleisten effiziente therapeutische Maßnahmen in Abhängig-keit des spezifischen Patientenzustandes. IMPACT wird somit einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Notfallpatienten leisten können.