Verbund

MOODMARKER - Entdeckung, Verifizierung und Validierung eines Biomarker-Profils für Depressionen

Depressionen sind eine der häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit und führen zu massiven Beeinträchtigungen der Lebensqualität. Depressive Patientinnen und Patienten sprechen unterschiedlich gut auf die verschiedenen antidepressiven Therapieoptionen an. Es wird vermutet, dass es verschiedene Subtypen von Depressionen gibt, die unterschiedlich behandelt werden müssen. Deswegen besteht großer Bedarf, die präzise Diagnose der Krankheit zu verbessern, um Therapien gezielter einsetzen zu können.

Das Ziel des Verbundes MOODMARKER ist es, ein Biomarker-Profil für Depressionen zu erstellen. Biomarker sind biologische Merkmale, die für eine bestimmte Krankheit charakteristisch sind. Die Forschenden werden solche Merkmale von Betroffenen, beispielsweise Proben von Hirnflüssigkeit, mit modernen gentechnischen Verfahren untersuchen. Dieses Biomarker-Profil wird dann während einer Therapie mit Antidepressiva beobachtet, um Rückschlüsse auf den Behandlungserfolg ziehen zu können.

Der Verbund MOODMARKER ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst jeweils eine Forschungsgruppe aus Deutschland, Italien, Kanada und der Schweiz. Das Universitätsklinikum Ulm wird Proben von Biomaterialien bereitstellen und das Biomarker-Profil erstellen. Die Konsortialpartner verfügen über Biomaterialien von Patientinnen und Patienten während des Therapieverlaufes sowie über Proben aus tierexperimentellen Studien. Diese werden ebenfalls durch das Universitätsklinikum Ulm untersucht. Die gewonnenen Erkenntnisse können dabei helfen, den Krankheitsmechanismus besser zu verstehen, die Diagnose zu präzisieren und den Therapieerfolg zu verbessern.

Teilprojekte

Entdeckung, Verifizierung und Validierung eines Biomarker-Profils für Depressionen

Förderkennzeichen: 01EW2008
Gesamte Fördersumme: 320.238 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Markus Otto
Adresse: Universität Ulm, Universitätsklinikum, Klinik für Neurologie
Oberer Eselsberg 45
89081 Ulm

Entdeckung, Verifizierung und Validierung eines Biomarker-Profils für Depressionen

Die Depression (Major Depressive Disorder, MDD) ist mit einer Lebenszeitprävalenz von 10% die häufigste Ursache für globale Arbeitsunfähigkeit. Zurzeit gibt es kein MDD-Biomarkerprofil für Hirngewebe, Liquor oder Blutplasma. Ziel dieses Projekts ist es, ein Biomarkerprofil für MDD zu identifizieren. Es wird eine iterative Strategie zur Identifikation, Verifizierung und Validierung von Biomarkerprofilen angewendet. Um ein Biomarkerprofil zu identifizieren, werden proteomische Analysen mit CSF, CSF-extrazelluläre Vesikel (CSF-EVs) und postmortalem limbischen Hirngewebe von MDD- und Kontrollpatienten durchgeführt. Analog wird murines limbisches Hirngewebe von chronischem sozialen Stress (CSS) und Kontrollmäusen analysiert. Das CSF/CSF-EV-Biomarkerprofil wird in einer unabhängigen, größeren Kohorte von MDD-Patienten untersucht. Die proteomischen Befunde werden in humanen Gehirnproben auf mRNA-Ebene (Transkriptomik) und epigenetische (genomweite Methylierung & miRNome) untersucht. Im limbischen Gehirn von CSS / Kontrollmäusen wird die RNA der identifizierten Proteine in einen bestimmten Zelltyp untersucht (Transkriptoms und des miRNoms). Vor und während der Behandlung mit Antidepressiva werden Blutplasma-EVs von MDD-Patienten entnommen und Proteomik angewendet. CSS / Kontrollmäusen wird ein Antidepressivum oder Vehikel gegeben und Plasma-EVs und limbisches Hirngewebe werden für die Proteomik gesammelt. Die Daten aller Arbeitspakete werden mithilfe von detaillierten Bioinformatik-Pathway-Analysen untersucht. Durch die Einbeziehung der biologischen Ressourcen des Konsortiums und verschiedener methodischer Ansätze wird die Erstellung des diagnostischen, prognostischen und Therapie-sensitiven MDD-Biomarkerprofils ermöglicht.