Verbund

Multimodales, sensorgestütztes Hand- und Armfunktionstraining für Kinder (SHArKi)

Die Nutzung beider Hände ist eine grundlegende Fähigkeit für eine altersgerechte Entwicklung und die Selbstständigkeit bei Kindern und Jugendlichen. Die Erkrankung der Unilateralen Zerebralparese ist eine einseitige Bewegungsstörung oder Lähmung der Extremitäten durch eine frühkindliche Hirnschädigung. Pro Jahr erleiden insgesamt ca. 9.000 Kinder eine Unilaterale Zerebralparese durch Geburtskomplikationen, Unfälle oder Schlaganfälle.

Die betroffenen Kinder aller Altersgruppen profitieren von intensiven Trainingsmaßnahmen mit der gelähmten Hand, um die motorischen Funktionen (wieder-) herzustellen. Zerebrale Bewegungsstörungen werden bis einschließlich zum 18. Lebensjahr durch Krankengymnastik behandelt. Die Behandlungen finden jedoch nicht häufig genug und nicht im gewohnten Umfeld des Kindes statt. Deshalb gelingt es nicht immer, die Defizite der Kinder frühzeitig bzw. vollständig zu beheben. Lebenslange Einschränkungen bei der Handbewegung sind die Folge.

Das Projektziel ist die Entwicklung eines Therapiehilfsmittels, das auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Kinder ausgelegt ist. Die Grundlage dafür ist die „Constrained Induced Movement Therapy“ (CIMT), bei der der Patient die betroffene Hand mit steigenden Anforderungen trainiert, während die gesunde Hand durch eine Bewegungseinschränkung ruhig gestellt wird. Das innovative System „SHArKi“ soll die Armbewegungen mit kindgerechten, multisensorischen Armbändern überwachen und auf einem mobilen Endgerät per App dokumentieren.

Neue technische Entwicklungen im Bereich der Sensorik, der digitalen Vernetzung und der interaktiven Kommunikationstechnik machen eine problemlose und kindgerechte Therapie im Alltag möglich. Während der Therapie bekommen sowohl die Behandelnden, als auch die Patienten und ihre Angehörigen stetige Rückmeldungen zum Therapiefortschritt und werden dadurch zusätzlich informiert und motiviert. „SHArKi“ soll die Bewegungseinschränkungen auf ein Minimum reduzieren, dadurch Folgeerkrankungen vermeiden und die Teilhabe von Kindern
und Jugendlichen am gesellschaftlichen Leben stärken.