Einzelprojekt

Neue Implantate zur Rekonstruktion großer Knochendefekte mittels vaskularisierten Biomaterialien (ReVital)

Förderkennzeichen: 13GW0248
Fördersumme: 899.450 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Frank Reinauer
Adresse: Karl Leibinger Medizintechnik GmbH & Co. KG
Kolbinger Str. 10
78570 Mühlheim an der Donau

Große Knochendefekte treten beispielsweise bei Trauma-Patienten im Bereich der Unterkiefer- und Mittelgesichtsrekonstruktion oder bei der operativen Entfernung von Knochentumoren auf. Nach derzeitigem Stand der Therapie wird Patienten Knochenmaterial aus einem anderen Bereich, zum Beispiel der Fibula (Wadenbein), entnommen, zugeschnitten und an die Stelle des Defektes implantiert. Jedes Jahr werden in Deutschland hunderte Patienten auf diese Weise behandelt. Die derzeitige Form der Behandlung verursacht zusätzliche Schäden an der Stelle der Materialentnahme, was mit enormen Belastungen und Risiken für den Patienten einhergeht und mit hohem Aufwand für den behandelnden Arzt.

Im vorliegenden Projekt soll erforscht werden, wie die Rekonstruktion großer Knochendefek-te so gestaltet werden kann, dass auf die Entnahme von Eigengewebe und die damit verbundenen Nachteile für den Patienten verzichtet werden kann. Dies soll durch die Kombination neuer Technologien mit resorbierbaren (im Körper abbaubaren) Materialien sowie dem Einsatz von Guided Tissue Engineering (gesteuerter Gewebezüchtung) erreicht werden. Knochenmaterial kann so schnell im Labor vervielfältigt und individuell mit künstlichen resor-bierbaren Materialen zu einem Implantat verbunden werden.

Unter enger Einbindung von klinischen Experten sollen so neuartige, individualisierte Implantate gestaltet werden, die risikoärmer, patientenfreundlicher und kostengünstiger sind. Das Vorhaben adressiert gleichzeitig die Erprobung von Dienstleistungen der Industrie-in-Klinik Plattform M3i (Modellvorhaben).