Einzelprojekt

Neuer Herzkatheter zur Detektion und Therapie von Vorhofflimmern (CeraMap)

Förderkennzeichen: 13GW0251
Fördersumme: 1.143.060 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Dr. Thorsten Göttsche
Adresse: OSYPKA AG
Earl-H.-Wood-Str. 1
79618 Rheinfelden (Baden)

Das Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen, an der allein in Deutsch-land derzeit etwa 300.000 Patienten leiden. Bleibt das Vorhofflimmern unbehandelt oder wird nicht effizient behandelt, löst es häufig Herzinfarkte aus. Immer häufiger wird heute die Katheterablation als Alternative zur medikamentösen Dauertherapie eingesetzt. Mit Hilfe eines Spezialkatheters werden im Rahmen einer elektrophysiologischen Untersuchung Zellverbände auf der Herzinnenseite, die für die Rhythmusstörungen verantwortlich sind, verödet.

Aktuell verfügbare Katheter besitzen sehr große Polabstände zwischen denen der Strom zur Verödung der Zellareale fließt. Ein dichtes Mapping zur elektro-anatomischen Heilung des linken Herzvorhofes ist damit nicht optimal möglich. Durch die großen Abstände fließt der Strom nicht gebündelt und zielgerichtet und beschädigt dadurch auch gesundes Gewebe. Nach aktuellen Studien führt die erste Behandlung nur in rund 55 Prozent der Fälle zum gewünschten Ziel. Nicht selten stellt sich erst nach der zweiten oder dritten Behandlung der gewünschte Erfolg ein, wodurch die Patienten häufig bis zu 60 Prozent oder mehr der elektrisch aktiven Fläche des Vorhofes einbüßen.

Ziel des vorliegenden Projekts ist es, das Funktionsmuster eines neuartigen Herzkatheters zu entwickeln, der optimierte mechanische Eigenschaften, eine hohe Integrationsdichte der Ableitungspole (gebündelt, zielgerichtet) aufweist und dadurch nur minimale Abstände zwi-schen den Katheterarmen und –polen besitzt. Damit soll eine verbesserte Ablationsstruktur sowie Signalqualität gewährleistet werden.

Die Patienten profitieren von einer kürzeren und effizienteren Therapie, die zudem einen höheren Anteil der elektrisch aktiven Fläche des Vorhofs erhält. Das Projekt adressiert darüber hinaus als Modelvorhaben die Erprobung von Dienstleistun-gen der Industrie-in-Klinik Plattform M3i, die im Rahmen der Fördermaßnahme: „Aufbau von Industrie-in-Klinik-Plattformen zur Entwicklung innovativer Medizinprodukte“ gefördert wird.