Einzelprojekt

Neues Einweginstrument mit distalem Freiheitsgrad für minimal-invasive Eingriffe (WEIMAR)

Förderkennzeichen: 13GW0250
Fördersumme: 344.850 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2019
Projektleitung: Dr.-Ing. Frank Wehrheim
Adresse: Richard Wolf GmbH
Pforzheimer Str. 32
75438 75438 Knittlingen

Minimalinvasive Eingriffe im Bauchraum und anderen Körperregionen werden in Deutsch-land jedes Jahr millionenfach durchgeführt. Bislang sind die distalen Enden der Handinstrumente (die sich im Körperinneren befinden) starr und neben dem Öffnen und Schließen der verschieden ausgestalteten „Maulteile" (Maulwerkzeuge mit Greif- oder Schneidefunktion) besitzen sie in der Regel keine weiteren Freiheitsgrade. Das erschwert gerade in engen und schlecht zugänglichen Umgebungen die Erreichbarkeit von Zielpunkten im menschlichen Körper. Die Operationszeiten werden dadurch unnötig verlängert und das Risiko, dass Orga-ne oder gesundes Gewebe beschädigt wird, erhöht sich.

Die Vorteile einer gesteigerten steuerbaren Beweglichkeit der Instrumentenspitze gegenüber starren Instrumenten werden heutzutage bereits bei der Anwendung spezieller Robotersysteme gezeigt. Diese lassen sich auch in engen Umgebungen dank ihrer Freiheitsgrade schnell und effizient manövrieren und sorgen damit für eine höhere Präzision bei der Therapie. Bisher sind Robotersysteme allerdings aufgrund ihrer hohen Anschaffungskosten für die meisten Anwender nicht verfügbar.

Im vorliegenden Projekt sollen mittels einer neuartigen Gelenkanordnung und einer angepassten Bewegungsübertragung innovative handgeführte Instrumente mit zusätzlichen Freiheitsgraden entwickelt werden. Dadurch wird eine gesteigerte steuerbare Beweglichkeit der Instrumentenspitze erreicht und so der Bewegungsraum in der Körperhöhle im Operationsgebiet erweitert. Die Instrumente sollen einen integrierten Antrieb besitzen und als Einmalartikel hergestellt werden können. Bei einem Erfolg des Projektes, können minimalinvasiv tätige Chirurgen aus verschiedensten Fachbereichen Operationen patientenfreundlicher und kostengünstiger durchführen.

Das Vorhaben adressiert des Weiteren die Erprobung von Dienstleistungen der Industrie-in-Klinik-Plattform M3i, die im Rahmen der Fördermaßnahme „Aufbau von Industrie-in-Klinik-Plattformen zur Entwicklung innovativer Medizinprodukte“ gefördert wird.