Verbund

Patienten Individualisierte Modulation und Intervention durch Epikraniale Stimulation (PIMIDES)

Das Ziel des Forschungsprojektes PIMIDES ist es, eine innovative, adaptive Individualtherapie für Epilepsiepatienten zu erforschen. Von 5 Millionen Epilepsiepatienten in der EU haben 70% eine so genannte „fokale Epilepsie“, also ca. 3,5 Mio. Menschen. Bei etwa einem Drittel dieser Patienten sind anti-epileptische Medikamente unwirksam, sie gelten als medikamentenrefraktär. Für diese ca. 1,16 Mio. Patienten in Europa bietet die Neurostimulation eine alternative Therapieoption.

Ergebnis des Projekts wird ein implantierbares, extrakraniales, responsives Neurostimulationssystem sein. Dieses verbindet mehrere patientenindividuelle Funktionalitäten. Basierend auf dem vom Implantat aufgenommenen Elektroenzephalogramm (EEG) werden spezifische Erkennungsmuster für epileptische Anfälle des Patienten vom System erlernt. Anschließend können bei kontinuierlicher Überwachung des EEG Signals Anfälle in Echtzeit erkannt und patientenindividuell durch Auslösung von Stimulationspulsen therapiert werden. Zudem wird mit der bisher noch nie realisierten anatomischen Platzierung der Elektroden im Subkutangewebe (epikranial = außerhalb des Schädelknochens) genau über dem dysfunktionalen Gehirnareal eine für den einzelnen Patienten optimierte Fokussierung des Stimulationspulses erreicht. Dieser innovative Ansatz soll zu einer deutlichen Verbesserung der Therapie bei medikamentenrefraktären Epilepsiepatienten führen. Das PIMIDES Projekt beinhaltet eine erste klinische Machbarkeitsstudie, um die Funktionalität des Therapieansatzes zu überprüfen.

Das PIMIDES System hat entscheidende Vorteile gegenüber den am Markt befindlichen Stimulationsgeräten zur Therapie von Epilepsiepatienten: Es ist deutlich weniger invasiv als die Tiefenhirnstimulation, die eine Schädelöffnung erfordert und es wird aufgrund der auf maschinellem Lernen basierenden Messwertanalyse deutlich spezifischer stimulieren als alle vorhandenen Produkte. Beide Punkte lassen eine deutlich geringere Nebenwirkungsrate erwarten.