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Patientenindividuell anpassbares Schädelimplantat (OsteoPAKT)

Verletzungen und Löcher der Schädelknochen und im Mittelgesichts- sowie Kieferbereich entstehen häufig durch schwere Traumata mit multiplen Frakturen oder durch Tumorresektion, aber auch infolge von Infektionen oder Reaktionen nach chirurgischen Eingriffen in diesen Bereichen. Die optimale Abdeckung des Defekts ist wichtig, um das Gehirn zu schützen und den Druck im Inneren des Kopfes aufrecht zu erhalten.

Aufgrund der langen Lieferzeit für solche geometrisch angepassten Implantate, von teilweise mehreren Wochen, muss in vielen Fällen zweimal operiert werden. Das führt zu einer vermeidbaren und hohen Belastung für die Patienten. Außerdem kosten patientenspezifische Implantate durch den hohen Vorbereitungsaufwand je nach Material und Größe in der Regel zwischen mehreren tausend und mehreren zehntausend Euro.

In dem Projekt sollen patientenspezifische Implantate für Defekte am Schädelknochen erforscht und entwickelt werden, die in weniger als 48h entworfen und hergestellt werden können. Hierzu ist ein neuartiges Implantmaterial erforderlich: Es basiert auf einer Kombination aus einem flexiblen, offenporigen Titanschaum und einem mineralischen Knochenzement.

Damit können zeiteffektiv in der Klinik, kostengünstige aber dennoch qualitativ hochwertige Implantate individuell für den Patienten erstellt werden. Es ist zu erwarten, dass die Implantate aus diesem Material besser in das Gewebe der Patienten einwachsen, ohne dass sich Nachteile im Vergleich zu bestehenden Lösungen ergeben. Das Implantat aus diesem neuen Material bringt den weiteren Vorteil mit sich, dass es sich während der Operation einfacher durch den Chirurg anpassen lässt.