Teilprojekt eines Verbundes

Patientenspezifische Diagnostik bei rheumatoider Arthritis (CoDiRA)

Etwa ein Prozent der europäischen Bevölkerung leidet unter einer rheumatoiden Arthritis (RA). Leider gibt es bisher keine Heilungsmöglichkeiten für diese Erkrankung, sondern nur eine symptomatische Behandlung. Dazu zeigen etwa ein Viertel bis ein Drittel der Patienten ein geringes oder gar kein Ansprechen auf die von den Ärzten ausgewählte Therapie und müssen im weiteren Krankheitsverlauf auf eine andere Medikation umgestellt werden. Als Folge kann die Erkrankung weiter fortschreiten und damit einhergehende Schäden nehmen zu. Eine individuell optimierte Therapie kann Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) deutlich effektiver von den Symptomen der Erkrankung befreien. Dadurch können Sie zum Beispiel schneller ins Berufsleben zurückkehren. Außerdem werden auch Folgeerkrankungen wie Depressionen verringert.

Entscheidend bei der richtigen Einstellung der Patienten ist die Diagnostik, die bisher nur unzureichend auf die individuellen Parameter der Patienten eingeht. Der CoDiRA Verbund entwickelt ein tragbares Blutentnahmesystem, das Patienten 24 Stunden lang tragen. Dieses nimmt dem Patienten alle 3 Stunden automatisch geringe Mengen Blut ab, die dann anschließend im Labor analysiert werden. Mit Hilfe dieses Medizinproduktes soll es möglich sein, die tageszeitlich abhängigen Entzündungsparameter aus dem Blut von Rheuma-Patienten automatisierbar und weitestgehend störungsfrei zu erfassen.

Auf Grundlagen dieser Daten aus den Blutproben kann ein persönlicher Tagesverlauf bestimmter krankheitsrelevanter Faktoren erstellt werden, mit dem die Therapie optimal auf jeden Patienten angepasst werden kann. Damit wird die Therapie von vorne herein optimal auf jeden einzelnen Patienten angepasst. Innerhalb der Projektlaufzeit entwickelt der Verbund einen technischen Demonstrator, der anschließend als Medizinprodukt weiterentwickelt und zertifiziert werden soll.