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Plenophthalmologische Kamera für die mobile 3D-Netzhautdiagnostik (PlenoM)

Augenärztliche Leistungen sind in Deutschland stark nachgefragt. Derzeit beträgt der Anteil derer, die pro Jahr mindestens einmal einen Augenarzt konsultieren, ca. 26 Prozent – Tendenz steigend. Erkrankungen des Auges wie Glaukom oder altersbedingte Makuladegeneration stellen in den Industriestaaten das Hauptrisiko für Erblindung oder massive Sehbeeinträchtigungen dar. Beide Erkrankungen gehen in ihrem Verlauf mit deutlichen dreidimensionalen Strukturveränderungen einher, die es früh zu erkennen gilt.

Diesem hohen Bedarf an augenärztlichen Untersuchungen steht ein eingeschränktes Diagnoseinstrumentarium gegenüber, über das niedergelassene Augenärzte verfügen. Dazu zählen beispielsweise Spaltlampe und Funduskamera für die Untersuchung des Augenhintergrunds. Für weitergehende Untersuchungen müssen Patienten augenärztliche Zentren oder spezialisierte Kliniken aufsuchen, wo Großgeräte zur Verfügung stehen, die unter anderem mithilfe von Laserscannern Bilder mit zusätzlichen Tiefeninformationen erstellen. Diese tomografisch arbeitenden Systeme ermöglichen es, Veränderungen der Netzhaut dreidimensional zu vermessen und damit deutlich bessere und frühzeitige Diagnosen zu stellen, stehen jedoch nicht überall zur Verfügung.

Zielstellung des Projekts PlenoM ist es deshalb, durch eine neuartige, hochmobile Fundusbildgebung den Einsatz aufwendiger Lasertechnik zu vermeiden, so dass ein kompaktes und portables Plenophthalmoskop entsteht, das flexibel sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich eingesetzt werden kann. Die PlenoM-Kamera lässt somit eine deutliche Steigerung der Effektivität und Wirtschaftlichkeit in der ophthalmologischen Gesundheitsversorgung erwarten.