Einzelprojekt

Randomisierte kontrollierte Studie zur Dekolonisierung von ESBL-positiven Bakterien im Darm zur Infektionsprävention

Förderkennzeichen: 01KG1309
Fördersumme: 434.846 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Winfried Kern
Adresse: Universitätsklinikum Freiburg, Innere Medizin II - Infektiologie
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg

In den letzten Jahren haben Infektionen des Darms mit Krankenhauskeimen weltweit stark zugenommen. Besonders gefährlich sind dabei solche Bakterien, die die gängigsten Antibiotika unwirksam machen können, sogenannte ESBL (Extended Spectrum beta-Lactamasen)-bildende Bakterien. Sie gefährden vor allem Patienten, deren Immunsystem durch eine chronische Erkrankung geschwächt ist. Bislang gibt es keine effektive Strategie zur Eindämmung dieser Epidemie. Ziel dieser Studie ist, zu untersuchen, ob die Bekämpfung von ESBL-bildenden Bakterien durch eine medikamentöse Behandlung effektiver ist als das Beobachten und Abwarten ohne Behandlung. Die Ergebnisse werden wichtig sein, um bessere Strategien gegen die Bekämpfung von multiresistenten Bakterien zu entwickeln. Im Rahmen der Studie erhalten Patienten über drei Wochen eine Kombination aus zwei oralen nicht-absorbierbaren Antibiotika, Colistin und Rifaximin. Die Kontrollgruppe bekommt keine medikamentöse Behandlung. An die 3-wöchige Behandlung schließt sich ein 9-wöchiges follow-up an. Über den gesamten Zeitraum sind immer wieder mikrobiologische Untersuchungen geplant, bei denen auf ESBL-bildende Bakterien untersucht wird. Die Studie wird über 36 Monate an 20 verschiedenen Zentren durchgeführt. Dabei sollen 174 Patienten eingebunden werden.