Verbund

Resorbierbare patientenindividuelle Implantate für die pädiatrische Chirurgie (ResorbM)

Etwa eins von 2.000 Neugeborenen kommt mit einer Kraniosynostose, einer Fehlbildung des Schädels, auf die Welt. Ursächlich ist eine frühzeitige Verknöcherung einer oder mehrerer Schädelnähte, sodass der Schädel sich nicht richtig entwickeln kann. Eine chirurgische Remodellierung des Schädelknochens unter Verwendung von Implantaten aus Titan oder Stahl ist seit Jahrzehnten Behandlungsstandard. Um das Wachstum des kindlichen Schädelknochens nicht zu stören, müssen diese Implantate in einer zweiten Operation wieder entfernt werden. Gerade für Kleinkinder ist dieser zweite Eingriff eine große psychische wie physische Belastung.

Hilfreich wären deshalb resorbierbare Implantate, die sich während des Heilungsprozesses im Körper auflösen. Derzeit verfügbare Materialien verfügen jedoch nicht über die mechanische Stabilität, um als großflächige Implantate eingesetzt werden zu können. Zudem findet nicht selten eine unvollständige oder problembehaftete Materialdegradation statt. Ziel des Verbundvorhabens ResorbM ist zu erforschen, ob resorbierbare Implantate für die operative Versorgung von Kraniosynostosen bei Säuglingen und Kleinkindern aus Molybdän hergestellt werden können. Das Metall verfügt zum einen über eine hohe mechanische Festigkeit, zum anderen macht seine Resorbierbarkeit eine weitere Operation zur Implantatentfernung überflüssig. Damit ist der Eingriff für das Kind wesentlich leichter zu verkraften. Da die Handhabung von Molybdänimplantaten dem von Titanimplantaten ähneln wird, werden sie sich nahtlos in bestehende Behandlungsprozesse und Arbeitsabläufe der Kliniken integrieren lassen.

Im Rahmen des Projekts sollen neue Legierungen, Implantatkonstruktionen, Fertigungstechnologien und neue medizinische Behandlungsmethoden erforscht werden. Der medizinische Nutzennachweis ist ein mittelfristiges Ziel des Vorhabens. Gelingt dies, können die neuen patientenindividuellen Implantate die stationäre Behandlungsdauer erheblich verkürzen und die Qualität der Versorgung in der Schädel-, Kiefer-, und Gesichtschirurgie bei Kleinkindern weltweit auf ein deutlich höheres Niveau anheben.