Einzelprojekt

REVISION - Frühe Reperfusionsbehandlung mit Alteplase zur Wiederherstellung der Sehkraft bei akutem Zentralarterienverschluss

Förderkennzeichen: 01KG2014
Fördersumme: 2.217.494 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Dr. Sven Poli
Adresse: Eberhard Karls Universität Tübingen, Universitätsklinikum, Neurologische Universitätsklinik,Abt. Neurologie mit Schwerpunkt neurovaskuläre Erkrankungen und Neuroonkologie
Hoppe-Seyler-Str. 3
72076 Tübingen

Der nicht-arteriitische Zentralarterienverschluss (ZAV) ist ein akuter neurovaskulärer-ophthalmologischer Notfall, der in ~95% der Fälle zu schwerem u. dauerhaftem Sehverlust des betroffenen Auges führt; keine evidenzbasierte Therapie existiert. Eine Thrombembolie ist die häufigste Ursache eines ZAV; nur 5% sind arteriitisch. Tiermodelle belegen die begrenzte Ischämietoleranz der Retina, mit irreversiblem Schaden bereits innerhalb 4h nach Unterbrechung des Blutflusses. Deshalb scheint frühe Reperfusion DER logische therapeutische Ansatz. Beim akuten ischämischen Schlaganfall mit ähnlicher Pathophysiologie u. therapeutischem Zeitfenster (ZF), erhöht die intravenöse Thrombolyse mit Alteplase (IVT) = 4,5h nach Symptombeginn die Rate an früher Reperfusion u. gutem neurologischem Outcome. Zwei randomisierte kontrollierte Studien (RKS), welche die Thrombolyse bei ZAV untersuchten, scheiterten; allerdings waren die therapeutischen ZF 20 u. 24h. Analog zum ischämischen Schlaganfall, zeigte eine 147 IVT-behandelte ZAV-Patienten umfassende Metaanalyse sowie drei rezente Fallserien nur dann positive Effekte, wenn IVT = 4,5h initiiert wurde (Wiedererlangen der Lesefähigkeit bei > 20% vs. < 10% bei keiner IVT oder > 4,5h). Mangels Daten aus RKS ist jedoch weder die Effektivität noch die Sicherheit der frühen IVT bei ZAV bewiesen. REVISION ist die erste doppelblind placebo-kontrollierte RKS, die IVT im 4,5h-ZF untersucht. 15 (bis bedarfsweise 30) Zentren partizipieren. Das adaptive 2-Stufen Anreicherungsdesign erlaubt, dass vielversprechende sonografische retrobulbäre Spot Sign als prognostischen Biomarker für IVT-Effektivität einzubinden u. die erwartete Fallzahl zu reduzieren, N=228 (max. 400).