Verbund

RNA-Neuro

Fortschreitende neurodegenerative Erkrankungen wie Amyotrophe Lateralsklerose, Frontotemporale Demenz oder Morbus Parkinson zeigen häufig ein stark heterogenes Erscheinungsbild. Die klinischen Symptome wie auch die Schnelligkeit des Voranschreitens der Erkrankung können zwischen den Patienten sehr unterschiedlich sein. Die dem zugrunde liegenden Mechanismen sind bisher kaum bekannt, könnten aber dazu beitragen, die Krankheit besser zu verstehen und neue Therapeutika zu entwickeln.

Das Vorhaben der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist Teil des transnationalen Verbundprojektes „RNA-Neuro“. Im Vorhaben sollen für die oben erwähnten Erkrankungen krankheits-spezifische Muster in der molekularen Zusammensetzung der Nervenzellen, sogenannte „molekulare Fingerabdrücke“, definiert werden. Diese basieren auf kleinen, nicht-kodierenden RNAs und sollen helfen, Biomarker für eine verbesserte Diagnostik zu entwickeln.

Im EU-Programm zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen (EU Joint Programme - Neurodegenerative Disease Research, JPND) arbeiten EU-Mitglieds- und assoziierte Staaten sowie Kanada und Australien zusammen. Hierdurch soll die Forschung auf diesem Gebiet transnational gebündelt und gestärkt werden. Neurodegenerative Erkrankungen sollen so effektiver bekämpft werden.

Teilprojekte

Systemanalyse kleiner nichtkodiernder RNAs in neuronaler Stressantwort: in Richtung neuer Biomarker und Therapeutika für neurodegenerative Störungen

Förderkennzeichen: 01ED1804
Gesamte Fördersumme: 332.554 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Mark Helm
Adresse: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Fachbereich 09 - Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften, Institut für Pharmazie und Biochemie, Therapeutische Lebenswissenschaften
Staudinger Weg 5
55128 Mainz

Systemanalyse kleiner nichtkodiernder RNAs in neuronaler Stressantwort: in Richtung neuer Biomarker und Therapeutika für neurodegenerative Störungen

Das europäische RNA-NEURO Konsortium wird den Informationsgehalt kleiner nicht-kodierender RNAs auf eine Korrelation zu neurodegenerativen Erkrankungen untersuchen. Der Arbeitskreis Helm an der Johannes Gutenberg-Universität ist für die Analytik von RNA Modifikationen in kleinen nicht-kodierenden RNAs sowie für deren Einordnung im Kontext des Epitranskriptoms verantwortlich. In Mainz werden Proben der europäischen Partner empfangen, und darin enthaltene Modifikationen quantifiziert sowie in ihrem Sequenzkontext identifiziert. Hierzu kommen sowohl LC-MS Analytik als auch spezielle Sequenziertechnologien zum Einsatz. Eine computergestützte Analyse überprüft Korrelationen bestimmter Modifikationsmuster mit neuronalen Krankheitsbildern. Als relevant identifizierte Modifikationsmuster werden in Form von so genannten Modivarianten synthetisiert. Dabei handelt es sich um gezielt und definiert modifizierte kleine RNAs, die den Kooperationspartner zur funktionalen Testung zur Verfügung gestellt werden. Die sich aus diesen Testungen ergebenden Daten werden zur Validierung einer postulierten Korrelation zwischen Modifikationsmuster und Krankheitsbild herangezogen.