Verbund

Selbstexpandierende und hochflexible 3D Flächenelektrode zur Mikrostrombehandlung (SX 3D-Patch)

Die Herzinsuffizienz ist eine Volkskrankheit mit zunehmender Bedeutung für die Gesundheitssysteme in den industrialisierten Ländern. In Deutschland leiden ca. eine Million Menschen unter Herzinsuffizienz. Die Therapie der Wahl ist aktuell eine Versorgung mit Medikamenten, die das Fortschreiten der Krankheit bis zum Tode verlangsamen. Eine neue Therapieform, das sogenannte Cardiac Microcurrent (C-MIC), kann den chronischen Krankheitsverlauf unterbrechen. Über ein Medizinprodukt wird Mikrostrom durch das erkrankte Herz geleitet und dadurch geheilt. Bislang ist die Therapie mittels C-MIC allerdings nur über die Öffnung des Thorax möglich, was mit großen Risiken für die Patienten verbunden ist.

Das Ziel des beantragten Projekts ist die Entwicklung einer neuartigen Elektrode, die sich minimal-invasiv und damit schonender implantieren lässt. Dafür wird ein faltbarer und flexibler 3D-Patch (Pflaster) konstruiert, der sich im Körperinneren entfalten lässt. Der Patch ist ein dreidimensionales Flächenelektrodenimplantat, das über eine Steckverbindung an den C-MIC-Impulsgeber angeschlossen wird. Die zu entwickelnde Flächenelektrode soll biologisch verträglich, mechanisch, elektrisch und physikalisch-chemisch stabil sein sowie flexibel und für den Operateur gut sicht- und positionierbar. Zudem werden in dem Projekt Spezialinstrumente und –nadeln entwickelt, mit Hilfe derer das System über einen kleinen Zugang in den Körper eingebracht und dann am Herzbeutel befestigt werden kann.

Der minimal-invasive Eingriff, der durch die miniaturisierte Elektrode erst möglich wird, reduziert signifikant das Operationsrisiko und ermöglicht es einer größeren Zahl von Kliniken, diese Therapie anzubieten. Dadurch können mehr Patienten von der innovativen Therapie profitieren. Die Arbeiten leisten einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung und können zu einer erheblichen Reduktion der Behandlungskosten der Herzinsuffizienz beitragen. Die Verbundpartner planen im Anschluss an das Vorhaben eine zügige Verwertung der Projektergebnisse.